NABU-PREETZ-PROBSTEI
Aktuelle Termine Monatstreffen
Nächste Treffen:
  • Coronabedingt finden die Treffen nur bei gutem Wetter im Aussenbereich statt.
    • sonst jeden letzten Dienstag im Monat um 19:30 im PTSV Sportheim
    Jahresprogramm NABU Preetz-Probstei und Kreis Plön
     hier hoffentlich bald Jahresprogramm 2022 NABU Kreis Plön als pdf-Datei  hier hoffentlich bald Jahresprogramm 2022 NABU Preetz-Probstei als pdf-Datei
    Aktuelle Aktionen und Informationen
    Auf Grund der Coronavirus-Pandemie müssen für alle Veranstaltungen des NABU Preetz Probstei vorher Anmeldungen beim Veranstalter mit Adresse und Telefonnummer erfolgen.
    Die Obstwiese des NABU Preetz-Probstei
    Seit 1985 betreibt der NABU eine Obstwiese am Sieversdorfer Weg (Gorch-Fock-Straße) in Preetz. Die Nutzung erfolgt mit Erlaubnis der Eigentümer der Fläche nun also schon mehr als 30 Jahre. Seinerzeit bekam die Ortgruppe 50 Hochstammobstbäume von der Firma Bredereck geschenkt. Die Anzahl war eigentlich zu groß für ein Areal von knapp einem halben Hektar. Dennoch haben sich die meisten Bäume gut entwickelt und tragen reichlich Obst, meist Äpfel und Birnen. Es gibt eher seltene Sorten wie den Pommerschen Sternapfel (rot mit weißen Punkten). Der Augustapfel reift gelb leuchtend im Spätsommer. Der NABU bittet die Bevölkerung darum, dass nur geringe Obstmengen für den Eigenverbrauch entnommen werden. Der Großteil soll für die Tierwelt zur Verfügung stehen.
    Die Fläche wird nicht gedüngt und nur einmal jährlich gemäht um die Verbuschung zu verhindern. Einzelne Bäume sind schon abgestorben und bleiben so stehen, weil tote Bäume ein wichtiges Biotop für Insekten und Vögel sind. Die Biomasse des Mähgutes wird entnommen um die Überdüngung zu begrenzen. Es gibt einen zentralen Totholzhaufen, der ein eigenes Biotop darstellt. Dort finden beispielsweise Igel einen Unterschlupf. Informationsschilder wiesen auf die wichtigsten Aspekte der Wiese hin.
    Nisthilfen hängen an vielen Obstbäumen als Angebot für die dort zahlreichen Vogelarten.
    Wer am Rand der Wiese am Weg genau hinschaut wird behauene Felssteine (ca. 30 cm hoch) sehen. Sie dienten in den Jahren nach 1906 der Vermessung der Kleinbahntrasse, die von Lütjenburg über Preetz nach Kirchbarkau führte.
    Harald Christiansen
    Informationstafel des NABU zur Blütezeit (Foto Harald Christiansen)
     Informationstafel des NABU zur Blütezeit (Foto Harald Christiansen)
    Arbeitseinsatz zur Biotoppflege im August (Foto Harald Christiansen)
    Arbeitseinsatz zur Biotoppflege im August (Foto Harald Christiansen)
    Mitgliederwerbung in Preetz und der Probstei
    Der NABU Kreisverband Plön e.V., zu dem auch der NABU Preetz-Probstei gehört, braucht für seinen Natur- und Artenschutz weitere Mitglieder und wird zu diesem Zweck in den nächsten Tagen eine professionelle Mitgliederwerbung im Kreisgebiet durchführen. Beauftragt wurde hierfür ein Team der Wesser GmbH, das in enger Zusammenarbeit mit dem NABU Schleswig-Holstein in kleinen Zweierteams von Tür zu Tür geht und dort Personen freundlich kontaktieren und informieren wird.
    Die Werbenden tragen Dienstkleidung und Ausweise bei sich und werden weder Mitgliedsbeiträge noch anderweitig Geld oder Spenden an der Haustür sammeln.

    Naturschutz kostet Geld und für die vielfältigen Aufgaben suchen wir immer auch tatkräftige Helfer*innen. Daher hoffen wir, über diese Aktion auch neue Mitglieder gewinnen und für unsere Tätigkeiten vor Ort begeistern zu können.
    Foto: NABU / Carsten Pusch
    Foto: NABU / Carsten Pusch
    Nabu Flyer über die Postseefeldmark
    Nabu Flyer über die Postseefeldmark Titelseite
    Nabu Flyer über die Postseefeldmark Titelseite  Nabu Flyer über die Postseefeldmark
    Nabu Flyer über die Postseefeldmark Impressum
    Nabu Flyer über die Postseefeldmark Impressum
    Wir Danken für die Bilde F. Anders-Gehrke, B. Bähr und Georg Becker
    und für die Texte F. Anders-Gehrke und B. Bähr für einen tollen Flyer über die Postseefeldmark.
    Auf der Suche nach einer CO2 neutralen Heizung für ein Tiny-House
    Wer in den letzten Jahren ein dänisches Ferienhaus gemietet hat, dem ist möglicherweise aufgefallen, dass als zusätzliche Heizung in vielen Objekten eine Wärmepumpe nachgerüstet wurde. In Skandinavien enthält manche Wochenzeitung Werbung für diese Geräte, z. B. eine Anzeige eines namhaften Herstellers: ab 1.200€, allerdings mit wenigen kW Leistung, aber bis minus 25 Grad C einsetzbar. Ist das eine vollständige Heizung für ein Ferienhaus? Zumindest mit zusätzlichem Holzofen? Wieso so billig?
    Es sind ja nur Luft/Luft Wärmepumpen. Außen nehmen diese Wärme aus der Luft, innen pusten sie warme Umluft in den Raum. Ebenso wie in Motels in Kanada sowie zur Kühlung in Spanien. Heizen und kühlen können die Geräte, je nach Bedarf. Hierzulande kennt man sie zur Kühlung von Technik- oder Lagerräumen. Also sind diese kleinen Wärmepumpen millionenfach bewährt und immer öfter in dänischen und schwedischen Ferienhäusern oder in der abgebildeten Reihenhausanlage (Bild 1) anzutreffen.
    In Baumärkten hierzulande gibt es ähnliche Geräte zu kaufen; hier meist für die Raumkühlung angeboten, jedoch besonders preisgünstig. Bekannte Marken erhält man eher bei einem überregionalen Händler. Wenn schon, dann sollte die Luft/Luft Wärmepupe möglichst leise und effektiv arbeiten.
    Das Spitzenmodell eines Herstellers wirbt mit einem „Saisonalen Coeffizienten of Performance“ (SCOP) von sagenhaften 5,9 (Erläuterung: Eine kWh elektrisch ergibt durchschnittlich 5,9 kWh Wärme) und kostet mit Einbau durch eine erfahrene Montagefirma ca. 3.500 €, bei 3,6 kW Nennleistung, was selbst für ein kleines Objekt wenig ist, aber für die Saison und Minimalheizung ausreicht.
    In Verbindung mit einer Photovoltaikanlage ergibt sich ein deutlicher Energieüberschuss, übrigens inklusive Haushaltsstrom. Die Kombination der Techniken führt letztlich zum gewünschten Ergebnis eines rechnerisch CO2 -neutralen Betriebes. Ein energetisch verbessertes Objekt aus den 70ern kann dieses Ergebnis erreichen, wenn die Ausgangslage günstig ist und eine besonders effektive Wärmepumpe zum Einsatz kommt.
    Für ein kleines modernes Häuschen kann die beschriebene Heizung voll ausreichen und in Verbindung mit einer ca. 3 kW Peak Photovoltaikanlage klimaneutralen Betrieb ermöglichen (Bild 2). Gegenüber Heizen mit Holz und Solarthermie kann die Wärmepumpe ein zu viel an Windstrom nutzen und dessen Nutzen vervierfachen. Bei Wasserstoffproduktion gehen ca. 30% verloren, wenn die Abwärme nicht genutzt wird.
    Ein super gedämmtes Haus mit PV und WP ergibt hinsichtlich der Energiebilanz, dass sogar Wohnblocks mit 3 und mehr Stockwerken rechnerisch klimaneutral möglich sind. Erste derartige Projekte mit konsequenter Kombination von Wärmedämmung/Photovoltaik/Wärmepumpe kommen nun in die Realisierung, wie aus dem Solarserver-Newsletter vom 15.3.21 zu entnehmen war.
    Ein passendes Energiesystem dazu wäre eine Kombination wie das Küstenkraftwerk Kiel und Großbatterie in Bordesholm. Ein gelungener Energieverbund mit „Sektorenkopplung“, also incl. Wärme und Mobilität, erscheint zweckmäßiger als einzelne Häuser mit möglichst hoher Eigenversorgung. Die gesetzlichen Regelungen und Verträge mit Energieversorgern müssten allerdings dazu passen.
    Manfred Bach
    Auch die Stadt kann zur CO²-neutralen Energgieversorgung beitragen; hier: Reihenhausanlage mit Photovoltaik(PV)
    Auch die Stadt kann zur CO²-neutralen Energgieversorgung beitragen; hier: Reihenhausanlage mit Photovoltaik(PV)
    Mit Photovoltaik und Wärmepumpe kann ein renoviertes Haus rechnerisch klimaneutral werden!
    Mit Photovoltaik und Wärmepumpe kann ein renoviertes Haus rechnerisch klimaneutral werden!
    Zwei Seeadlerpaare ziehen am Lanker See Junge auf
    Die Dichte an Seeadlerbruten ist im Kreis Ostholstein und Plön besonders hoch. Dies zeigt sich auch am Lanker See: zum zweiten Mal brüten zwei Paare im Abstand von weniger als 2.000 Metern! Das große Nest auf der Wahlstorfer Seite, welches vom Strandbad in Preetz aus zu sehen ist, bleibt jedoch leer. Die Adler stocken ihre Nester jeden Winter ein wenig mit neuen Stöckern auf. Die Vögel haben dabei gemerkt, dass der eine der beiden Tragäste abgebrochen ist und kein Halt für den Weiterbau mehr vorhanden war. Daraufhin haben die Adler in der Nähe einen neuen Horst gebaut, der leider nur schwer einsehbar ist und von Süden her angeflogen wird. Soweit zur Zeit der Drucklegung bekannt, haben die Adler am Charlottenwerk zwei Junge, die Wahlstorfer haben auch Nachwuchs. Mit etwas Glück lässt sich vom Weg aus mit dem Spektiv, ab 30- facher Vergrößerung erkennen, was am Nest stattfindet, zumindest bevor das Laub der Bäume voll entwickelt ist.
    Etwa Mitte Juli werden die Jungadler ausfliegen und noch einige Zeit mit den Eltern das Revier bevölkern. Größere Beute teilen sich die Vögel oft mit den vorjährigen Jungvögeln, die im Gebiet weitgehend toleriert werden. Erst mit 3 bis 4 Jahren werden Seeadler geschlechtsreif und sind im Gefieder voll ausgefärbt. Zu den einzelnen Übergangskleidern gibt es auf den Seiten der Projektgruppe Seeadlerschutz genaue Erläuterungen. Zusammenfassend: der Schwanz wird zunehmend weiß, der Schnabel gelber, der Hals heller, das Auge (Iris) gelb. Die Jungtiere sind im ersten Jahr auf der Unterseite und an den Flügeln noch stark hell gefleckt, die anderen Federn eher dunkler als bei den adulten.
    In den letzten Jahren blieb der Aufwärtstrend bei der Bestandsentwicklung erhalten. Inzwischen sind es in Schleswig-Holstein etwa 120 Revier-Paare plus ggf. Jungvögel. Durch die gute Entwicklung in Norddeutschland sind auch Seeadler nach Dänemark und Holland abgewandert und brüten dort erfolgreich. Als großer Greifvogel ist die Biologie des Seeadlers relativ gut erforscht, auch durch die individuelle Beringung, die inzwischen allerdings nicht mehr überall stattfindet.
    Artensteckbrief: Spannweite 2 bis 2,5 m, Gewicht 4 bis 5,5 Kg wobei -wie bei Greifvögeln üblich- das Männchen ein Drittel kleiner ist (bei Falknern Terzel genannt). Nest meist in 20 bis 30m Höhe, wobei zumindest an einer Seite freier Anflug möglich sein muss. Die Anzahl der Jungvögel beträgt meist nur 1 bis 2, selten 3 pro Jahr. Brutbeginn ist meist Anfang März. Die Jungen schlüpfen nach 38 Tagen Brutdauer und brauchen etwa 12 Wochen zum flügge werden und sind nach 3 bis 4 Jahren geschlechtsreif. Mit jeder Mauser wird das Gefieder und Schnabelfarbe den Adulten ähnlicher. Nahrung: hauptsächlich Fische und Wasservögel. Auch Fallwild und Wildabfälle. Daher gab es Probleme mit Bleimunition. Ein weiteres Problem haben Seeadler mit der menschlichen Zivilisation: die Vögel werden leicht Bahnopfer, wenn ein überfahrenes Wild von den Adlern an der Bahnlinie gefressen wird. (Angaben z.T. aus www.Projektgruppeseeadlerschutz.de, wo auch ausführliche Angaben zum Seeadler enthalten sind.) Die adulten Seeadler sind an dem komplett weißen Schwanz eindeutig bestimmbar (Bild 1). Im Segelflug ist die brettartige, gerade ausgestreckte Flügelhaltung typisch für Adler sowie die aufgefächerten Handschwingen. Die Gefiederfärbung ist durchweg braun, Hals und Kopf heller.
    An wenigen Horsten wie hier bei Barsbek (Bild 2) gelingen gute Fotos vom Nest ohne zu stören, entsprechende Optik vorausgesetzt. Die Jungvögel sind beim Ausfliegen mit bis 6,5 Kg am schwersten. Dadurch bekommen sie praktisch für den ersten Winter einen kleinen Vorrat mit; größere Schwingenfedern ermöglichen normalen Flug. Beides ist notwendig, da die Tiere das Jagen erst üben müssen. In der Nähe des Nestes versorgen die Altvögel die Jungen noch ein paar Wochen mit Futter.
    Manfred Bach
    Ausgewachsener Seeadler mit typisch weißem Schwanz und meist brauner Gefiederfärbung (Foto S.Höhnl)
    Ausgewachsener Seeadler mit typisch weißem Schwanz und meist brauner Gefiederfärbung (Foto S.Höhnl)
    Die Altvögel versorgen ihre Jungen bis sie den normalen Flug eingeübt haben (Foto S.Höhnl)
    Die Altvögel versorgen ihre Jungen bis sie den normalen Flug eingeübt haben (Foto S.Höhnl)
    Beweidungsprojekt Inseln im Lanker See
    Der NABU Preetz-Probstei betreut das „Naturschutzgebiet Halbinsel und Buchten im Lanker See“ sowie das EU-Vogelschutzgebiet Lanker See insgesamt. Zur Betreuung gehört auch die Beweidung der Inseln Appelwarder und Probstenwarder. Diese Beweidung wird durch Highlandrinder (Longhorn Cattle) des Highländerhofes Kiene in Behrensdorf durchgeführt. Die Tiere dienen als lebende Rasenmäher und verhindern so die Unterdrückung der Schlüsselblumen (Primula veris) auf dem Appelwarder. Das Ergebnis ist die deutliche Zunahme der Pflanzen in der Fläche. Ohne die Maßnahme waren die Blumen schon fast verschwunden.
    Auch auf der großen Insel Probstenwarder geht es darum, den Bewuchs kurz zu halten. So kann sich vielleicht wieder eine Möwenkolonie entwickeln wie es sie vor mehr als 20 Jahren noch gab. In dieses Projekt ist die Preetzer Feuerwehr eingebunden, die großartige Arbeit beim Transport der Tiere mit dem Floß leistet. Der NABU hofft, dass es auch dieses Jahr trotz Pandemie zu einer erfolgreichen Aktion kommen kann.
    Gebietsbetreuer ist Manfred Bach. Er ist erreichbar unter 0160-4359751.
    In diesem Zusammenhang ist auch klarzustellen, dass die Inseln nicht betreten werden dürfen! Die Rinder und die Vogelwelt benötigen den Abstand zum Menschen.

    Harald Christiansen
    Blühaspekt der Duftenden Schlüsselblume auf dem Appelwarder (Photo Manfred Bach)
    Blühaspekt der Duftenden Schlüsselblume auf dem Appelwarder (Photo Manfred Bach)
    Braunkehlchen und Schwarzkehlchen – ornithologische Raritäten
    Braunkehlchen und Schwarzkehlchen – ornithologische Raritäten
    Braunkehlchen und Schwarzkehlchen sind zwei nahe Verwandte unseres Rotkehlchens, das aktuell zum Vogel des Jahres gekürt wurde und das regelmäßig in unseren Gärten und Vorgärten brütet. Dort findet man Braun- und Schwarzkehlchen nicht. Beide haben besondere Ansprüche an ihren Lebensraum und besiedeln offenes Gelände. Ihre Bestandszahlen sind in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen und beide Vögel gehören heute zu den ornithologischen Raritäten. Das Braunkehlchen ist ein Charaktervogel extensiv bewirtschafteter Wiesen und Weiden. Es lebt auf gehölzarmen Brachflächen und strukturreichen Feldern mit einzelnen Büschen und Bäumen und auch den Rändern offener Niedermoore. Das Schwarzkehlchen bevorzugt eher trockene und buschige Bereiche auf Wiesen, offenen Brachen, aber besonders auch Heideflächen und Randbereiche von Mooren.
    Beides sind Zugvögel, die uns im Winter verlassen und in Afrika südlich der Sahara überwintern. Das Braunkehlchen kommt erst im Laufe des Aprils zurück und beginnt im Mai mit der ersten Brut, das Schwarzkehlchen ist meist früher wieder da und kann schon im März mit der Brut beginnen. Beide brüten bis in den August hinein und bauen ihre Nester meist gut versteckt am Boden, besonders im Schutz einer größeren Staude oder eines Busches. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Insekten und deren Larven, Spinnen, kleinen Schnecken und Würmern, aber auch Beeren.
    In der offenen Landschaft, in der sie leben, nehmen sie Feinde und auch den Menschen schon frühzeitig wahr und man benötigt in der Regel ein Fernglas, um diese scheuen Vögel zu Gesicht zu bekommen. Wenn sie auf erhöhter Warte, auf Pfosten, hohen Halmen oder Stauden sitzen, kann man sie beim Gesang oder nach Beute Ausschau haltend gut beobachten. Im Preetzer Umland kann man sie mit etwas Glück zu Gesicht bekommen, auch wenn sie hier kein gesichertes Vorkommen haben. Da sie auf dem Boden brüten, können Gelege und Nestlinge leicht Beute von Katzen und Wieseln werden. Aber auch Ratten, Füchse sowie Rabenvögel und Greifvögel sind natürliche Feinde und freilaufende Hunde können das Brutgeschäft ebenfalls empfindlich stören.
    Hauptursache für den starken Rückgang der Bestände ist aber die großflächige Vernichtung ihres Lebensraumes durch den Menschen. Vor allem das Braunkehlchen ist in seinem Bestand stark gefährdet und verdient besonderen Schutz. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen hat es keine Chance seine Brut erfolgreich aufzuziehen, da gerade während seiner Brutzeit in den Monaten Mai bis Juli die Wiesen und Weiden mehrfach gemäht werden. Dadurch ist der Bruterfolg sehr gering. Selbst gegen Ende Juni, wenn die erste Mahd auf teilweise geschützten Flächen erfolgt, können flugunfähige Jungvögel im Nest Opfer der Mahd werden. Eine Mahd nicht vor Mitte Juli würde hier schon helfen.
    Um die Ansiedlung des Braunkehlchens zu fördern, ist es hilfreich, geeignete Wiesenflächen im ersten Jahr nicht zu mähen und im nächsten Jahr erst nach Ende der Brutzeit im August. Besser wäre es noch, Teilbereiche oder größere Randstreifen nicht jährlich zu mähen. Eine echte Strukturbereicherung würde erreicht, wenn diese Streifen oder Bereiche nur alle 3-4 Jahre gemäht werden und einzelne hochwachsende Stauden neben Zaunpfählen als Ansitzwarten belassen werden.
    Johannes Imhoff
    Braunkehlchen auf Holzbalken mit Jungvogel (nicht im Bild) in der Nähe (Photo: Johannes Imhoff)
     Braunkehlchen auf Holzbalken mit Jungvogel (nicht im Bild) in der Nähe (Photo: Johannes Imhoff)
    Singendes Schwarzkehlchen (Photo: Johannes Imhoff)
    Singendes Schwarzkehlchen (Photo: Johannes Imhoff)
    Verhaltensregeln in der Natur
    Es gibt grundlegende gesetzliche Regelungen zum Verhalten in der Natur. Dabei muss besonders im Frühling und Frühsommer beachtet werden, dass es sich um die Setz- und Brutzeit handelt und die Tierwelt entsprechend empfindlich auf Störungen reagiert. Kleinvögel brüten mit einer Zweitbrut auch noch im Juli!
    Im Bundesnaturschutzgesetz ist festgelegt, dass es verboten ist, die „Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören“ (§39, (1) 3.). Auch die mutwillige Beunruhigung wildlebender Tiere gehört zu den Vorgaben.
    In der Konsequenz heißt das für uns Bürgerinnen und Bürger, unbedingt Abstand zu ausgewiesenen Ruhezonen beziehungsweise Naturschutzgebieten einzuhalten. Besonders auf dem Lanker See gibt es dazu Ausschilderungen an der Bootsvermietung am Kirchsee, am Cafe Freibad Lanker See und an der Anlegestelle Wahlstorf. Zu den Regeln gehört auch „Leise statt laut“ oder „Nicht vom Weg abkommen“.
    Hunde müssen an der Leine geführt werden! Näheres regelt in Schleswig-Holstein das Gesetz über das Halten von Hunden (HundeG, §§ 2,3,4,14). Verstöße können mit Bußgeld belegt werde.
    Gerade in Preetz gibt es Bereiche, wie zum Beispiel die Postseefeldmark wo es leider zu häufigen Verstößen gegen die Bestimmungen kommt. Der negative Einfluss von freilaufenden Hunden ist für den Einzelnen oft nicht erkennbar, aber wissenschaftlich nachgewiesen. Das scheue Rehwild zum Beispiel (Photo) hat in der Postseefeldmark kaum noch sichere Rückzugsräume. Immer häufiger wird es von Mensch und Hund aufgejagt, aufgrund der großen Fluchtdistanz oft, ohne dass die Verursacher sich dessen bewusst werden.
    Auch ohne die benannten gesetzlichen Grundlagen sollte es für jeden Liebhaber der Natur selbstverständlich sein, die Regeln einzuhalten. Der NABU Preetz-Probstei bittet Sie alle herzlich darum.

    Harald Christiansen
    Fliehen oder bleiben? Das ist hier die Frage. Rehe haben eine mögliche Gefahr erkannt. (Photo: Johannes Imhoff)
    Fliehen oder bleiben? Das ist hier die Frage. Rehe haben eine mögliche Gefahr erkannt. (Photo: Johannes Imhoff)
    Auswertung der Artenschutzmaßnahmen für Turmfalken und Schleiereulen
    Auswertung der Artenschutzmaßnahmen für Turmfalken und Schleiereulen
    Der Turmfalke (Photo 1) ist ein als sogenannter Teilzieher ganzjährig in unseren Breiten zu beobachtender Greifvogel. Mit einem durchschnittlichen Gewicht von ca. 200 g ähnelt er einer schlanken Taube. Die Körperlänge liegt zwischen 30 und 38 cm; die Spannweite beträgt zwischen 70 und 80 cm. Ein Erkennungszeichen ist auch das "Rütteln", wobei er in der Luft scheinbar auf der Stelle stehend Ausschau nach Beute hält. Zur vorwiegenden Beute zählen Kleinsäuger wie die Feldmaus. Um diese erreichen zu können, müssen die umliegenden Wiesen und Ackerflächen relativ kurz und schütter sein.
    Turmfalken bauen selbst kein Nest, sondern beziehen alte bzw. verlassene Nester von Krähenvögeln. In unserer Region ist dies jedoch eher die Ausnahme. Als Vogel der offenen Kulturlandschaft (Kulturfolger) werden hier Brutmöglichkeiten an oder in Gebäuden bevorzugt. Da aber auch diese zunehmend seltener zu finden sind, haben ehrenamtliche Mitarbeiter des NABU im Kreis Plön bereits in den 1970er Jahren damit begonnen, entsprechende Nistkästen aufzuhängen. Diese sind an Gebäuden, Scheunen oder Niederspannungsmasten angebracht.
    Auch an Kirchtürmen wurden Kästen installiert. So auch bereits im Jahre 1998 an der Preetzer Stadtkirche. In diesem Kasten haben Turmfalken seitdem durchgehend - bis auf ein Jahr - Jungvögel ausgebrütet und groß gezogen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Nistkästen bereits im ersten Jahr ihres Anbringens angenommen werden. Dies bedeutet, dass ein entsprechender Bedarf vor-handen ist.
    Aktuell betreut der NABU im Kreisgebiet rund 40 Turmfalkenkästen, die auch zu über 80 % jährlich erfolgreich belegt sind. Nach den seit 25 Jahren bestehenden Kontrollauswertungen beträgt die durchschnittliche Anzahl der ausgeflogenen Jungvögel zwischen 3,5 und 4 Jungen pro Brutpaar.
    Neben den vorbeschriebenen speziellen Turmfalkenkästen werden auch zunehmend Schleiereu-lenkästen von den Falken angenommen. Diese Kästen hängen grundsätzlich auf den Innenseiten der Scheunen und anderer Gebäude. Eine Konkurrenz zur deutlich selteneren Schleiereule entsteht hierdurch nicht. Wenn diese Eulen einen Nistkasten für sich in Anspruch nehmen wollen, setzen sie sich gegenüber den Turmfalken regelmäßig durch.
    In den vom NABU betreuten 80 Schleiereulenkästen hat sich die Belegung durch Turmfalken in den letzten zehn Jahren auf bis zu mehr als einem Drittel gesteigert.

    Wie im vorhergehenden Absatz angedeutet, setzt sich der NABU auch für den Erhalt der Schleiereulen im Kreisgebiet Plön ein. Auch diese Vogelart ist mittlerweile als Kulturfolger auf Brutmöglichkeiten in Gebäuden angewiesen. Veränderungen in der Nutzung und Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen wirken sich bei dieser Art noch dramatischer aus. Stichwortartig sei hier nur auf den Umbruch von Grünlandflächen und die "Vermaisung" der Landschaft hingewiesen.
    Auch für die Schleiereule liegen mittlerweile langfristige Bestandsbeobachtungen vor. Nach einem Höchststand im Jahr 2001 mit 55 Bruten und 210 Jungvögeln ging der Bestand kontinuierlich abwärts. Im Jahr 2013 konnte in den NABU-Kästen keine Brut festgestellt werden. In den letzten Jahren ist der Brutbestand wieder etwas angestiegen - so wurden in 2020 15 Bruten mit 56 Jungvögeln gezählt (Photo 2).
    Da die Kontrolle und Unterhaltung einen erheblichen Zeitaufwand erfordert, ist aktuell eine Erhöhung der vom NABU insgesamt betreuten rund 120 Turmfalken- und Schleiereulenkästen nicht geplant. Der NABU ist auf der Suche nach handwerklich begabten Naturfreunden (vielleicht auch ein Klettermaxe dabei?!), denen sich ein interessantes Aufgabenfeld bietet. Ornithologische Fachkenntnisse sind hierbei nicht zwingend erforderlich. Kontaktdaten können unter www.NABU-Preetz-Probstei.de nachgelesen werden.
    Text zu den Photos:
    Photo 1: Porträt eines Turmfalken (Photo: M. Heng)
    Photo 2: Junge Schleiereulen im Nest (Photo: J. Schidlowski)

    Jens Schidlowski, Lilienthal
    Der Turmfalke
    Der Turmfalke
    Jungvögel Schleiereule
    Jungvögel Schleiereule
    Vögel am Wasser, Eisvogel und Wasseramsel
    Eisvogel und Wasseramsel sind beide hervorragend an das Wasser als Lebensraum angepasst.
    Der Eisvogel (Photo: Johannes Imhoff) hat ein wunderschön farbig glitzerndes Gefieder und man kann ihn als „schillernden Pfeil“ gut erkennen, wenn er dicht über die Wasseroberfläche fliegt. Er ist das ganze Jahr über bei uns und regelmäßig am Kirchsee und der Schwentine zu beobachten, wenn er dort auf Fischfang geht. Da er scheu ist, fliegt er allerdings meist von dannen bevor wir ihn zu Gesicht bekommen. Vor allem kleine Fische aber auch Insekten sind seine Hauptnahrung und er sitzt auf ins Wasser ragenden Ästen, um die Beute zu erspähen, die er dann im Sturzflug ins Wasser fängt. Dabei taucht er voll ins Wasser ein. Er braucht klares und sauberes Wasser um seine Beute zu erspähen. Daher sind die Bestandszahlen deutlich zurückgegangen, bevor es in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts zu umfassenden Maßnahmen zur Reinhaltung unserer Flüsse kam. Heute sind die Bestände niedrig aber stabil, etwa 200 Brutpaare gibt es in Schleswig-Holstein. Sein Nest baut er in selbst gegrabenen Höhlen in Steilwänden in der Regel direkt am Flussufer. Daher haben auch umfangreiche „Flussregulierungen“ im letzten Jahrhundert dem Eisvogel stark zugesetzt und ihm vielfach die Möglichkeit zum Bau von Bruthöhlen genommen. Er brütet 2-3mal im Jahr mit Gelegen von meist 6-7 Eier. Er ist bekannt für sogenannte Schachtelbruten: während das Männchen noch die Jungen aus der einen Brut füttert und versorgt, brütet das Weibchen schon auf den Eiern der nächsten. Auch wenn mancher Eisvogel bis zu 10 Jahre alt werden kann, so sterben doch jedes Jahr über 70%. Daher ist auch eine hohe Vermehrungsrate nötig, damit die Art überlebt. Der Eisvogel braucht nach wie vor unseren Schutz. Er war zweimal „Vogel des Jahres“, 1973 und 2009.

    Die Wasseramsel (Photo: Johannes Imhoff) ist eine Attraktion bei uns, denn in Schleswig-Holstein ist sie Wintergast aus Skandinavien und nur wenige Exemplare überwintern hier. Da sie recht standorttreu ist, kann man sie in der Schwentine bei Preetz und Raisdorf in den Wintermonaten regelmäßig beobachten, bevor sie im März wieder nach Norden in die Brutgebiete zieht. Nur weiter südlich in den Flüssen der Mittelgebirge bis in die Alpen ist sie auch als Brutvogel zu Hause und das ganze Jahr über präsent. Sie baut ihr Nest am Wasser, oft auch auf freien Balken unter Brücken, legt 4-6 Eier und hat zwei Bruten im Jahr. Paddler und Wasserwanderer können sie dort regelmäßig beobachten und treiben sie gewissermaßen im Fluss vor sich her. Auch die Wasseramsel ist auf fließendes klares Wasser als Lebensraum angewiesen. Sie ernährt sich von kleinen Tieren, wie Insekten und kleinen Fischchen, die sie im Wasser fängt. Im flachen Wasser sitzt sie oft auf Beute Ausschau haltend auf Steinen. Auch sie taucht beim Beutefang ins Wasser und kann dort sogar kurze Strecken schwimmen. Sie ist mit dem Zaunkönig verwandt und der einzige Singvogel, der schwimmen und tauchen kann.

    Johannes Imhoff
    Eisvogel am Ufer der Schwentine in Preetz
     Eisvogel am Ufer der Schwentine in Preetz
    Wasseramsel auf Futtersuche in der Schwentine bei Raisdorf
    Wasseramsel auf Futtersuche in der Schwentine bei Raisdorf
    Es kommt Leben in die Feldmark
    Der erste Grasfrosch und die erste Waldeidechse zeigten sich schon. Auch die Waldameisen werden aktiv. Am Postsee fanden sich zwei Schwarzkehlchen Paare ein und zankten sich um die Reviere. Einzelne Bachstelzen laufen über Weiden und an der ersten Düne flogen Weidensandbienen. Einige überstanden die kälteren Tage Tage leider nicht. Vom Postseeuferweg wurde von einem Passanten leider eine tote Rohrdommel gemeldet. Sie lag nur knapp 3 m vom Weg entfernt,wo sie am Vortag noch stand und sich fotografieren ließ. Sie ist vermutlich ein Opfer des Kälteausbruchs geworden und verhungert. Leider eignete sie sich nicht mehr für ein Präparat als ich sie holte. Sie war zwar unversehrt, aber schon 2 bis 3 Tage aufgetaut.
    Frauke Anders-Gehrke
    Himmelsbeobachtungen
    Wenn die Augen nur auf das Handy gerichtet sind, kann man viele, tolle Beobachtungen am Himmel über Preetz verpassen. Der Himmel ist die reinste Showbühne.
    Im Spätherbst kann man beispielsweise schon die Seeadler (Photo Frauke Anderes-Gehrke) bei ihrer Flugbalz beobachten. Sie geben ein schrilles „kliikliiklii“ ähnlich wie der Ruf des Schwarzspechtes im Frühjahr in der Luft ab. Kraniche, Blässgänse und Graugänse ziehen in V-Formationen sehr ruffreudig über Preetz hinweg. Einige Trupps rasten nachts auf den offenen Gewässern vom Lanker- und Postsee. Bei sternklaren Nächten kann man den Zug der rufenden Gänse nachts vernehmen.
    Bei guten Wetterbedingungen kann man Wespenbussarde über Preetz hinweg ziehen sehen. Sie schrauben sich immer wieder in die richtigen Luftströmungen.
    Der Fischadler ist im Herbst und Frühjahr auch ständiger Gast auf unseren Seen. Diese nordischen Gäste kann man mit Glück auch beim Jagen beobachten. Im Sturzflug mit den Fängen zuerst stoßen sie ins Wasser und greifen mit ihren Krallen den Fisch.
    In der Preetzer Innenstadt hört man an Hochsommerabenden in dichten Trupps die Mauersegler „srriiisrriiisrrii“ rufen. Sie schießen durch die Luft, um nach Insekten zu jagen. Im August ziehen sie schon wieder Richtung Süden.
    Die inzwischen seltene Feldlerche können wir in der Postseefeldmark noch beobachten. In ihrem „Sing“-Flug steigt sie dabei immer höher, verharrt singend an einer Stelle (50 bis 150 m hoch), fliegt dann singend wieder herab.
    Auch der Storch, der allerdings nur mit wenigen Brutpaaren noch im Kreis Plön vorhanden ist, kreist ab und zu über unseren Dächern von Preetz.
    An der Stadtkirche am Turm balzen im zeitigen Frühjahr die Turmfalken (Photo Frauke Anderes-Gehrke). Ihr lautes „Kiekiekiekiek“ ist im Flug oft zu hören. Später, wenn sie Jungvögel haben, kann man sie dort mit einem Fernglas gut beobachten.
    Die vielen Stare, die man noch vor 30 Jahren bei der Schlafplatzsuche am Lanker See an den Schilfgürteln sah, gehören leider der Vergangenheit an. Das Schauspiel am Himmel mit den unterschiedlichen Flugformationen kann man so auch nicht mehr beobachten.
    Bei Nackenschmerzen nach den vielen Beobachtungen kann man sich jetzt den normalen Beobachtungen am Boden widmen.
    Gerhard Depner
    Turmfalke hat eine Beute erspäht und verharrt rüttelnd auf der Stelle
    Turmfalke hat eine Beute erspäht und verharrt rüttelnd auf der Stelle
    Flugbild eines Seeadlers über dem Lanker See
    Flugbild eines Seeadlers über dem Lanker See
    Der NABU Preetz-Probstei – für mehr Naturschutz in Bauleitverfahren
    Als Träger öffentlicher Belange – der Belange der Natur – wird der Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Bauleitverfahren gehört. Konkret bedeutet dies: Wird in der Stadt Preetz ein Bebauungsplan oder Flächennutzungsplan geändert oder aufgestellt, so ist der NABU aufgefordert für die Natur Stellung zu nehmen. Der NABU nimmt seine Verantwortung wahr und erarbeitet baufachliche Stellungnahmen, wenn Natur- und Artenschutz dies erfordern.
    Der NABU lehnt Bauvorhaben im Siedlungsbereich nicht grundsätzlich ab. Das Ziel ist vielmehr eine nachhaltige Stadtentwicklung, die Mensch und Natur gleichermaßen im Blick hat.

    Keine Bebauung der Postseefeldmark
    Immer wieder steht zur Debatte, ob die Siedlungsgrenze in Richtung Postseefeldmark verschoben werden soll. Die Feldmark ist Lebensraum zahlreicher Tier- und Pflanzenarten von örtlicher und überregionaler Bedeutung. Das Gebiet bietet außerdem vorzügliche Naherholungs- und Naturbeobachtungsmöglichkeiten für die Bürger*innen der Stadt. Der NABU setzt sich dafür ein, diesen Lebensraum für Mensch und Natur vollständig zu erhalten.

    Bedarfsgerechte Nachverdichtung statt weiteres Vorrücken in die Landschaft
    Es ist erwiesen, dass bereits in wenigen Jahren kein Bedarf mehr für Einfamilienhäuser in der Stadt Preetz besteht, der nicht durch die Bestandsimmobilien gedeckt werden könnte. Die aktuelle statistische Untersuchung zum Thema (Kleinräumige Bevölkerungs- und Haushaltsprognose Kreis Plön vom 27.03.2019) prognostiziert für Preetz eine leicht sinkende Bevölkerungszahl (-250 Einwohner*innen bis zum Jahr 2030) bei einen moderaten Mehrbedarf an Haushalten (+90 Haushalte). Hierbei wurde ein erhöhter Zuzug aus dem Kieler Umland sowie ein Zuwachs durch Flüchtlinge berücksichtigt. Aufgrund sich ändernder Haushaltsstrukturen hin zu kleineren Haushalten ergibt sich insgesamt ein wachsender Bedarf an eher kleinen Geschosswohnungen.
    Der NABU begrüßt eine Stadtentwicklung, die dem empirisch ermittelten Bedarf Rechnung trägt, und lehnt ein weiteres Vorrücken in die Landschaft ab. Aus Sicht des NABU ließe sich der geringe Mehrbedarf an Haushalten leicht durch eine Umwandlung bestehender Siedlungsflächen Zug um Zug decken. Hierzu zählen beispielsweise der Abbruch von Einfamilienhäusern und der Ersatzneubau von Mehrfamilienhäusern und die Nachverdichtung durch Teilung von Grundstücken und Neubau von Mehrfamilienhäusern auf dem abgeteilten Grundstück.

    Nachhaltige Siedlungsentwicklung für Preetz
    Der NABU setzt sich umfassend für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung ein – für Mensch und Natur. Die Forderungen gelten dem Arten- und Naturschutz (z.B. fledermausfreundliche Beleuchtung), dem Bodenschutz (Abkehr von Schottergärten, geringer Versiegelungsgrad o.ä.) und dem Klimaschutz (klimafreundliche Bauweise, Förderung des Fuß- und Radverkehrs u.a.).

    Von Antje Seebens-Hoyer
    Ein weiter Weg des Fitis ins Winterquartier
    Unser Fitislaubsänger, kurz Fitis genannt, ist von seinem Zwillingsbruder dem Zilpzalp optisch kaum zu unterscheiden. Er hat allerdings einen einschmeichelnd melodischen Gesang, der ihn ganz deutlich vom Zilpzalp unterscheidet, welcher seinen eigenen Namen ruft. Beide sind noch recht häufig und auch sangesfreudig, so dass man sie in den Sommermonaten auch regelmäßig hören kann. Sie leben in Parks, Wäldern und auch Gärten und bewegen sich im Laubwerk von Büschen und Bäumen, so dass man sie kaum zu Gesicht bekommt.
    Der Fitis lebt hauptsächlich von Insekten und Spinnentieren und zieht damit auch die Jungen groß. Auf dem Photo (Aufnahme vom 17. Juni 2020) sieht man ihn mit Futter für die Jungvögel. Dieses Jahr war die Brut noch einmal erfolgreich und sechs Jungvögel haben das Nest verlassen. Es gab trotz der Dürre ausreichend Futter für den Nachwuchs. Was wird aber sein, wenn die Insekten weiter so rapide im Bestand abnehmen und weniger Jungvögel aufgezogen werden können? Der Fitis ist ein Zugvogel, einer der Kleinsten, der immense Strecken von 6000 km bis 13000 km (je nach Brutgebiet und Überwinterungsgebiet) zu seinen Winterzielen südlich der Sahara zurücklegt. Auch darin unterscheidet er sich vom Zilpzalp der „nur“ bis in den Mittelmeerraum zieht. Ab Ende Juli /Anfang August haben sich die ersten auf den weiten Weg gemacht, im Oktober sind die letzten von ihnen gen Süden gezogen. Der lange und beschwerliche Weg ist eine riesige Kraftanstrengung für diesen kleinen Vogel, der etwa 13 cm lang wird. Die Reise ist voller Risiken. Für natürliche Feinde sind die erschöpften Vögel während und nach dem Zug eine leichte Beute. Auch der Mensch stellt ihm nach und gerade Zugvögel sind leider immer noch millionenfach Opfer von Fallenstellern. Zudem ist ungewiss, ob es auf dem Weg ins Winterquartier ausreichend Futter für den kraftzehrenden Flug geben wird. Auch wenn der Fitis nicht als gefährdet gilt, so ist sein Bestand dennoch umweltbedingt unter Druck.
    Vielleicht kommt ja „unser Fitis“ im kommenden Frühjahr wieder zurück, aber die Chancen stehen insgesamt nicht gut. Zahlen, die Ornithologen über die Jahre ermittelt haben, belegen, dass 2 von 3 Fitissen, die im Herbst aufgebrochen sind, wohl den Weg zurück nicht schaffen werden. Solange der Bruterfolg im Sommer für ausreichend Nachwuchs sorgt, kommt die Population der Fitisse damit zurecht. Sollte aber die Nahrung für die Aufzucht der Jungen nicht mehr ausreichen, kann der Bestand sehr rasch abnehmen. Tatsächlich wurden in der Vergangenheit auch wiederholt starke Schwankungen im Bestand nachgewiesen, die bislang über die Jahre immer wieder ausgeglichen werden konnten. Was aber, wenn die Klimaveränderungen und neue Trocken- und Hitzeperioden in den kommenden Jahren unsere Insektenschar noch weiter dezimieren, wenn nur noch 4 oder weniger Jungvögel von einem Brutpaar erfolgreich aufgezogen werden können?
    Noch dürfen wir uns auf den ersten Gesang des Fitis im kommenden Frühjahr freuen. So wie das Gezwitscher der Rauchschwalben gehört sein melodischer Gesang für mich zum Start des Frühlings dazu. Mitte April wird es wieder soweit sein.
    Johannes Imhoff
    Fitis
    Fitis
    Frosch und Kröte
    Der Teichfrosch (Pelophylax esculentus oder Rana esculenta)
    Merkmale: Die Männchen sind bis zu 8 cm, die Weibchen 9 – 10 (12) cm lang. Ihre Schnauze ist spitz und dasTrommelfell gut sichtbar. Der Froschkörper ist schlank mit ziemlich langen Beinen. Die Farbe ist grünlich mit unregelmäßigen Flecken und häufig auch mit hellem Längsstreifen auf dem Rücken.
    Im Frühjahr und Sommer halten sie sich an den Ufern von Seen, Teichen und Flüssen auf. Sie sonnen sich gerne im Uferbereich oder auf den Blättern von Teichpflanzen. Bei Gefahr springen sie in das Wasser und tauchen ab, verstecken sich im Bodenschlamm. Hier überwintern sie auch, doch verbringen Jungtiere, manchmal auch Erwachsene, die kalte Jahreszeit am Ufer.
    Nahrung: Insekten, Würmer, Kaulquappen, kleine Fische und Krebstiere.
    Fortpflanzung: Erst im April/Mai beginnt die Balz und Paarung. Das Weibchen legt ihre Eier (bis zu 11 000 Stück) in Laichballen ab. Sie sind nicht an ein bestimmtes Gewässer gebunden und wechseln auch mal.

    Der Moorfrosch (Rana arvalis) (Foto 1)
    Merkmale: Er ist wenig länger als 7 cm und ähnelt dem Grasfrosch – auch beim schwarzen Schläfenband - unterscheidet sich aber von ihm durch die spitzer zulaufende Schnauze. Der Rücken ist hellbraun, rötlich braun oder grünlich. Mitunter hat er einen hellen Längsstreifen auf dem Rücken.
    Fortpflanzung: Zur Paarungszeit im zeitigen Frühjahr (März) färbt sich das Männchen für einige Tage hellblau. Nun findet man die hellblauen Männchen in den Teichen, die Weibchen kommen später dazu. In März/April legen die Weibchen ca. 2000 Eier in Ballen ab, die auf den Boden des Gewässers sinken und dort liegen bleiben. In wenigen Tagen laichen mitunter mehrere hundert Moorfrösche an einer Stelle (Explosivlaicher).Zwischen Juni und August sind die Quappen (Larven) in fertige Jungfrösche umgewandelt und verlassen das Gewässer.
    Nahrung: Insekten, Spinnen, Würmer, die sie in der Dämmerung und Nacht erjagen.

    Die Erdkröte (Bufo bufo)
    Merkmale: Die Männchen sind 10 cm, die Weibchen bis zu 13 cm lang. Sie besitzen einen großen Kopf mit einer abgerundeten Schnauze, waagerechte Pupillen und ein kleines Trommelfell. Die rauhe Haut ist mit schwarzen Drüsen übersät.
    Färbung: Die Oberseite ihres Körpers hat braune, graue, rötliche olivfarbene Töne. Unterseite ist grauweiß mit dunklen Flecken. Durch ihre Warzen und die Farbtöne auf der Körperoberseite ist die junge Kröte z. B. gut auf Sandböden getarnt und so vor Fressfeinden geschützt (Foto 2).
    Fortpflanzung: Ab März/April beginnt die Paarungszeit. Die Männchen klammern sich an die Achseln der Weibchen und „lassen“ sich zum Gewässer tragen, wo das Weibchen ihre zahlreichen Eier (2000 bis 6000 Stück) in Schnüren ablegt, die sie an Wasserpflanzen anheftet. Nach ca. 15 Tagen schlüpfen die Larven (Kaulquappen). Im Juni/Juli, auch manchmal später, verlassen die fertigen kleinen Kröten (1 cm) das Gewässer. An warmen, nassen Tagen sieht man dann hunderte von kleinen Kröten die Wege überqueren. Kröten kehren jedes Jahr wieder an ihr Geburtsgewässer zurück. Sie sind in der Dunkelheit aktiv. Im Winter graben sie sich in die Erde ein und nutzen auch Mäuselöcher.
    Nahrung: Ameisen, Käfer, Asseln, Würmer und Nacktschnecken.
    Wir Preetzer haben das Glück, dass die Postseefeldmark durch die Anhäufung der Teiche, Tümpel, Gräben und moorigen Flächen eine gute Population an Amphibien vorweist.
    Frauke Anders-Gehrke
    • Erdkröte
      Erdkröte
    • Moorfrosch
      Moorfrosch
    • Teichfrosch
      Teichfrosch
    Schwalben in Not
    Der Mensch ist den Schwalben seit je her besonders zugetan. Sie werden in Gedichten erwähnt, in Liedern besungen. Schwalben gelten als Glücksbringer, Frühlingsboten, und in der Antike galten sie als Wetterpropheten. Eine „Bauernweisheit“ sagt: „Wenn die Schwalben niedrig fliegen, wirst Du Regenwetter kriegen! Fliegen Schwalben in den Höhn, kommt ein Wetter, das ist schön!“ Aber können Schwalben tatsächlich Wetterveränderungen vorhersehen? Nein. Schwalben sind reine Insektenfresser (Fliegen, kleine Käfer, Mücken), die sie im Flug fangen. 1,2 kg Insekten brauchen sie für die Aufzucht einer Brut von 4 – 6 Jungen. Dies entspricht grob geschätzt 12000 Insekten. Bei Kälte und Regen fliegen die Insekten tiefer, mehr in Bodennähe. Die Schwalben reagieren auf das Nahrungsangebot und fliegen nun auch tiefer. Umgekehrt ist es bei Sonnenschein und Wärme. Übrigens trinken die Schwalben auch im Flug.
    Die Schwalben haben es nicht leicht in der heutigen Zeit. Es fehlen offene Ställe mit Vieh, wo sie Insekten fangen und Nester bauen können. Es mangelt an unversiegelten, feuchten, lehmigen Böden für den Nestbau. Eine Mehlschwalbe baut z.B. aus 700 – 1500 Lehmkügelchen (je nach Größe) ihr Nest. An vielen modernen Fassaden haftet das Nistmaterial nicht mehr und fällt ab. Hier würden spezielle Nisthilfen für Rauch- und Mehlschwalben helfen. Leider scheuen sich viele Menschen Nester an ihren Häusern zu belassen oder Nisthilfen anzubringen, weil der Kot den Boden oder die Wände beschmutzen kann. Hier würde ein einfaches Brett, ca. 40 cm unter den Nestern angebracht, helfen. Doch Not macht erfinderisch. An diesem Wellblechdach eines Fahrzeugunterstandes hält das Nistmaterial (Foto).

    Laut Bundesnaturschutzgesetz ist es nicht erlaubt, Schwalbennester abzuschlagen!

    Feinde der Schwalben sind der Uhu, Falke, Sperber und der Mensch. Immer noch werden in südlichen Ländern und Afrika Schwalben und andere Singvögel mit Netzen und Leimruten gefangen, um sie zu verspeisen.

    Steckbrief: Rauch- und Mehlschwalben, die zu den Sperlingsvögeln gehören, sind Zugvögel.
    Die Rauchschwalbe (Foto) ist 17 – 19 cm lang und hat eine Flügelspannbreite von 32 – 35 cm. Ihr Gewicht beträgt 16 – 25 g. Charakteristisch ist ihre rotbraun gefärbte Kehle und ihr tief gegabelter Schwanz mit 2 langen Schwanzspießen. Ihre Nester sind schalenförmig und offen und werden in Gebäuden angebracht. Sie ist als gefährdet eingestuft.
    Die Mehlschwalbe ist mit ca. 12,5 cm kleiner. Sie ist 15 – 21 g schwer und besitzt eine Flügelspannbreite von 26 – 29 cm. Ihre Kehle ist weiß und der Schwanz kürzer gegabelt. Ihr fast geschlossenes Nest wird außen an Gebäuden angebracht. Ihr Bestand geht stark zurück.
    Frauke Anders-Gehrke
    • Rauchschwalbe
      Rauchschwalbe
    • Schwalbennest
      Schwalbennest
    Naturschutz am Lanker See: Rechtlicher Status
    Der Lanker See bei Preetz ist ein EU-Vogelschutzgebiet im Rahmen des europäischen Netzwerks Natura 2000. Das bedeutet, dass es sich bei dem See und seinen Randregionen um einen Naturraum handelt, in dem in besonderem Maße Störungen der Natur und besonders der Vogelwelt verboten sind. Das bedeutet auch, dass ein Betreten der Inseln im See ganzjährig nicht erlaubt ist. Das gilt nicht nur für die Brutsaison der verschiedenen Vögel, die dort brüten und rasten.
    Der westliche Teil des Lanker Sees innerhalb des Vogelschutzgebietes ist noch besonders geschützt. Die höchste deutsche Schutzkategorie ist hier der Status als Naturschutzgebiet (NSG). Eingriffe aller Art sind verboten oder bedürfen einer staatlichen Genehmigung. Das ist in einer Schutzgebietsverordnung rechtlich festgelegt.
    Die Freizeitnutzung des Sees, insbesondere das Befahren mit Booten ist reglementiert. Informationstafeln gibt es an der Anlegestelle Wahlstorf, am Freibad Lanker See und beim Bootsverleih am Kirchsee. Sowieso sind ganz allgemein Störungen der Tierwelt nach §39 Bundesnaturschutzgesetz untersagt.
    Harald Christiansen
    Faszination Wildbienen: Die Weiden-Sandbiene
    Wer aufmerksam spazieren geht, kann sie entdecken: unsere einheimischen Wildbienen, von denen einige schon Ende März/Anfang April ihre Winterquartiere verlassen. Zu den frühen Arten gehört auch die Weiden-Sandbiene (Andrena vaga), die in Preetz an verschiedenen Brutplätzen, wie z.B. im Uferbereich des Lanker Sees in der Nähe des Strandbads, in großer Zahl zu beobachten ist.
    Die Weiden-Sandbiene bildet, wie die meisten Wildbienen, keine Staaten, sondern lebt einzeln (solitär). An geeigneten Standorten kann es allerdings zur Anhäufung vieler einzelner Brutnester kommen. Man findet dann dort mehrere 100 oder sogar bis zu 1000 Individuen, von denen jedoch jedes Weibchen ihr eigenes Nest baut. An den Nistplätzen herrscht in der kurzen Zeit der Paarung und Eiablage reges Treiben. Die Männchen schlüpfen früher als die Weibchen und fliegen auf der Suche nach Weibchen dicht am Boden umher, was sich gut beobachten läßt. Die Weiden-Sandbiene ist etwa 13 bis 15 Millimeter lang, wobei die Männchen etwas kleiner sind, als die Weibchen. Kopf und Brust sind weißgrau behaart, der Hinterleib ist schwarz gefärbt und besitzt nur eine sehr geringe Behaarung. Die Männchen haben im Vergleich mit den Weibchen hellere Beine und eine ausgeprägte weißgraue Gesichtsbehaarung. Nach der Paarung graben die Weibchen einen 25–60 Zentimeter tiefen Gang in den Boden, mit Nebengängen am Ende. Darin werden nach und nach bis zu 10 Brutzellen angelegt, in die jeweils ein Ei abgelegt wird. Über dem Eingang dieses Nestes wird ein etwa fünf Zentimeter hoher Sandhaufen aufgehäuft. Geeignete Lebensräume für die Weiden-Sandbiene sind Flussauen, sandige Böden, Kies- oder Lehmgruben sowie Wald-, Wegränder oder Wiesen- und Heidegebiete. Die Weiden-Sandbiene ist ein strenger Nahrungsspezialist (streng oligolektisch), der zur Aufzucht ihrer Brut ausschließlich auf Blüten verschiedener Weidenarten, wie Grau-, Silber- oder Schwarz-Weide, als Futterquelle angewiesen ist. Kehrt ein mit Pollen beladenes Weibchen (Foto) von einem Sammelflug zurück, schwebt es zunächst über dem Nistplatz bis es die Lage des Nestes (wahrscheinlich geruchlich) erkennt, um dann schnell hinein zu kriechen. Pollen, vermischt mit Nektar, wird als Klumpen in die Brutzelle eingetragen. Nach Fertigstellung und Einlagerung des Eies mit Pollenproviant wird die Zelle mit Sand verschlossen und der Bau einer weiteren Zelle beginnt. Die Larven der Weiden-Sandbiene sind bereits am Ende des Frühjahrs ausgewachsen, spinnen in der Brutzelle einen Kokon, in dem sie sich im Hochsommer verpuppen. Als voll entwickelte Biene überwintern sie dort bis zum nächsten Frühjahr.
    Die Nester der Weiden-Sandbiene werden auch von parasitierenden Wildbienen, den sogenannten Kuckucksbienen, heimgesucht. Die Rothaarige Wespenbiene (Nomada lathburiana) z.B. legt ihre Eier in die Brutzellen der Sandbiene. Regelmäßig an den Nistplätzen der Weiden-Sandbiene zu beobachten ist auch eine andere Kuckucksbiene, die Buckelbiene Sphecodes gibbus (Foto). Die Larven dieser Schmarotzerbienen nutzen das Futter oder aber auch das Ei und die Wirtslarve selbst als Nahrung.
    Alle heimischen Wildbienen sind in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Dies gilt auch für ihre Brutstätten. Ein Überleben der streng nahrungsspezialisierten Weiden-Sandbiene ist nur dort möglich, wo neben Weiden als Nahrungsquellen auch geeignete Brutplätze erhalten bleiben.
    Ursula Bias-Imhoff

    • Andrenavaga-mit-Pollen
      Andrenavaga-mit-Pollen
    • Sphecodes-gibbus
      Sphecodes-gibbus
    • Andrenavaga-Male
      Andrenavaga-Male
    Brombeer-Zipfelfalter, Schmetterling des Jahres 2020
    Mit seiner charakteristisch grün gefärbten Flügelunterseiten ist der Brombeer-Zipfelfalter, zumeist Grüner Zipfelfalter (Callophrys rubi) genannt, unverwechselbar und im Blatt-und Nadelwerk gut getarnt. Meist zeigt er auch diese Seite und ruht mit zugeklappten Flügeln. Zeigt er einmal seine Flügeloberseiten sieht man einen braunen Falter, der in dieser Erscheinung schon eher einigen seiner Verwandten ähnlich ist, den Bläulingen. Seinen rastlosen Flug unterbricht er auch zur Paarung (Photo), eine gute Gelegenheit für den Naturphotographen.
    Der Brombeer-Zipfelfalter ist in ganz Europa zu Hause und fliegt von März bis in den Juli hinein. Man braucht aber schon etwas Glück, um ihn zu Gesicht zu bekommen. Denn, wie die meisten Falter, ist er rar geworden. Dabei ist er kein Nahrungsspezialist und nicht, wie so manch anderer Schmetterling, wählerisch hinsichtlich der Futterpflanzen. Seine Raupen sind auf ganz verschiedenen Pflanzen zu finden und nicht, wie der Name suggeriert, auf Brombeeren spezialisiert. Auch die Schmetterlinge saugen Nektar von ganz unterschiedlichen Blüten, z.B. von Klee, Hahnenfuß oder Weißdorn. Auch auf Nadelbäumen ist er zu finden.
    Sein Bestandsrückgang ist daher eher ein Zeichen des generellen Rückgangs seines Lebensraumes. Er braucht strukturreiche Landschaften mit lichtem Wald und Buschwerk oder auch feuchte oder trockene Heiden. Bei uns Im Norden findet man ihn in feuchten bis moorigen Flächen und in der Heidelandschaft. In intensiv landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen kann er nicht überleben. Um auf die Bedrohung unserer Schmetterlinge aufmerksam zu machen, wurde der Grüne Zipfelfalter vom BUND zum Schmetterling des Jahres 2020 gewählt. Er ist ein Beispiel dafür, dass auch weit verbreitete Schmetterlinge, die nicht auf spezielle Nahrungspflanzen angewiesen sind, in ihrem Bestand gefährdet sind.
    Johannes Imhoff
    Brombeer-Zipfelfalter, Schmetterling des Jahres 2020
    Brombeer-Zipfelfalter, Schmetterling des Jahres 2020
    In diesem Jahr zwei Seeadlerbruten am Lanker See
    Der Seeadler ist eine beeindruckende Erscheinung, wenn er am Himmel seine Runden zieht (Photo). In diesem Jahr kam es am Lanker See, der EU Vogelschutzgebiet ist, erstmals zu zwei Seeadlerbruten. Auf der Ostseite zogen die Adler einen Jungvogel auf und im Naturschutzgebiet auf der Westseite zwei. Als die Nachricht vom Seeadlerschutz kam, dass beide Nester besetzt seien, erschien dies zunächst nicht plausibel, da die Flugbewegungen eher unauffällig waren. Mit der bekannten Optik mit 30-facher Vergrößerung ließ sich die Aussage dann bestätigen. Man braucht schon etwa eine halbe Stunde Beobachtungszeit mit dem Spektiv um aus angemessener Entfernung zu erkennen, was sich am Horst bewegt. Leider musste in diesem Jahr die Naturinfohütte des NABU im Frühjahr geschlossen bleiben. Dadurch entfiel die Möglichkeit, Besuchern die Seeadlerhorste vom Strandbad aus mit dem Spektiv zu zeigen.
    Das Brutgeschäft verlief dabei trotz der Nähe der beiden Horste viel ruhiger als in den Vorjahren. Die Adler hielten genügend Abstand gegenüber dem jeweils anderen Nest. Während in den letzten Jahren drei geschlechtsreife Seeadler sich gelegentlich Luftkämpfe lieferten, war die Situation zu Anfang dieses Jahres offensichtlich geklärt und ermöglichte zwei Bruten. Zudem unterblieben Störungen an beiden Standorten. Die Nester bestehen seit mehreren Jahren und wurden in diesem Frühjahr nur mit einigen Stöckern von den Seeadlern „renoviert“.
    Manfred Bach
    Seeadler
    Seeadler
    NABU Spende für Schwalbenaufzucht
    Maike hatte im letzten Jahr 4 Mehlschwalben, eine Rauchschwalbe und einen Star durch den Winter gebracht. Das finde ich doch bemerkenswert. Sie berichtet:

    "Nach einem katastrophalen Aufzuchtsjahr 2019 für Schwalben und Mauersegler, durch die extreme Hitze unter den Dächern in den Nestern, habe ich im Sommer über 60 Schwalben ausgewildert. Fast die komplette erste Brut ist durch die Hitze aus den Nestern gestrüzt".

    Für diese Leistung dankt der NABU. Der NABU spendet dafür Nisthilfen und einen Geldbetrag für Futterkosten.
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    Insektennisthilfen zum selberbauen
     Bauanleitung einer Insektennisthilfen als pdf zum Ausdrucken
    Ein Brutfloß für Flussseeschwalben
    Die Flussseeschwalbe brütete ursprünglich auf Kies- und Sandinseln naturbelassener Flussläufe. Doch diese gibt es bei uns nicht mehr...
    Die Flüsse wurden begradigt, und die Flussseeschwalbe drohte an vielen Stellen auszusterben. Naturschützer wirkten dem entgegen, indem sie Brutflöße ausbrachten. Die Flussseeschwalben nahmen die Brutflöße an, sodass die Bestände dieser Art sich im Binnenland erhöhen konnten.
    Auch auf dem Kührener Teich schwimmt ein Brutfloß. Es wurde nach seiner Ausbringung gleich angenommen, und auf ihm brüteten in Spitzenzeiten 3 Paare. Die Zahl ging in den letzten Jahren jedoch zurück, weil sich Bewuchs auf dem Floß breit machte. Die Flussseeschwalbe benötigt jedoch übersichtliche Flächen zum Brüten.
    Außerdem hat dieses Jahr der Orkan „Sabine“ das Brutfloß auseinandergerissen und in Einzelteilen an Land gespült. Aus den noch brauchbaren Teilen schraubte der NABU ein neues Brutfloß zusammen und verankerte es an geschützter Stelle auf dem Kührener Teich. Gespannt wird beobachtet, ob das Floß von den Flussseeschwalben bezogen wird.
    Holger Düsedau


    Veranstaltungen im Mai
    Alle für den Monat Mai angekündigten Veranstaltungen fallen aus.
    Brutfloß mit Bewuchs auf dem Kührener Teich vor der Zerstörung durch Orkan „Sabine“
    Brutfloß mit Bewuchs auf dem Kührener Teich vor der Zerstörung durch Orkan „Sabine“
    Brutfloß nach der Instandsetzung bereit für Flussseeschwalbe
    Brutfloß nach der Instandsetzung bereit für Flussseeschwalbe
    Efeu - Schädling oder Nützling?
    Immer noch hält sich der Irrglaube, dass Efeu (Hedera helix) durch seine „Umklammerung“ Bäume aussaugt und erstickt. Auch, wenn dies nicht stimmt, dient es immer wieder Menschen als Grund, die vermeintlich bedrohte Bäume retten wollen, die Luftwurzeln und „Stämme“ des Efeus zu kappen und den Efeu damit zum Absterben zu bringen (Foto). Selbst in Naherholungsgebieten, städtischen Parks und auf alten Friedhöfen werden noch Efeus entfernt und gekappt. Dieses ist nach §39 Abs. 1 Nr. 2 BNat.SchG nicht erlaubt.
    Die Haftwurzeln des Efeus dringen nicht in die Rinde des Baumes ein, sondern bleiben sozusagen an der Oberfläche der Borke. Verwurzelt ist er im Erdreich und zieht auch da das Wasser und seine Nahrung heraus. Efeu benutzt den Baum (auch Mauern und Zäune) als „Kletterhilfe“ um an Licht zu kommen. Efeu blüht erst im Alter von 1-2 Jahrzehnten. Eine alte Pflanze kann bis zu 250 000 Blüten hervorbringen. Es wurden an den Blüten über 60 Insektenbesucher festgestellt. Viele Arten von Bienen, Wespen, Hummeln, Schwebfliegen, Käfern und Faltern. Die Efeu-Seidenbiene hat sich sogar auf die Pollen der Efeublüte spezialisiert und zieht ihre Brut ausschließlich damit auf. Die schwarzen Beeren des Efeus (Foto), die erst im Januar bis April reifen, sind im Winter und Frühjahr ein beliebtes Futter für etliche Vogelarten z.B. Amseln, andere Drosselarten und Stare. Efeu bietet sichere Nist- und Schlafplätze für Vögel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger.
    Fazit: Efeu schadet der Natur nicht! Er ist eine wichtige einheimische Pflanze von großem Nutzen für Vögel, Insekten und andere Tiere. Er ist für den Arten- und Biotopschutz von besonderer Bedeutung. Um den Bestand des Efeus zu erhalten sollte ein Umdenken stattfinden. Frauke Anders-Gehrke
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    Insektensterben - Rettung aus der Samentüte?
    Das Insektensterben geht gerade durch alle Medien. Dieses komplexe Themenfeld um die heimischen, wildlebenden Insekten ist selbst mit Fachwissen kaum zu durchschauen. Deshalb wird auch in vielen Medien diese Thematik stark vereinfacht und dadurch verzerrt dargestellt.
    Heute sind vielerorts die Städte zu Zentren der Artenvielfalt geworden und die Naturlandschaften verarmen immer stärker. Durch die aktuelle Medienpräsenz des „Insektensterbens“ herrscht eine hohe Bereitschaft aktiv zu werden. Die Marktwirtschaft hat diese Lücke rasch erkannt. In so gut wie jedem Baumarkt und Discounter sind Samentüten erhältlich mit ansprechendem Namen wie z.B. Schmetterlingswiese, Bienenschmaus, Hummelmagnet mit buntem Blumen-Cover und vielen Versprechungen.
    Die Untersuchungen der Samentüten, über die Buch und Jagel in den Veröffentlichungen des Bochumer Botanischen Vereins (Band 11,9-24, 2019) berichten, sind ernüchternd. Es waren fast ausschließlich nicht einheimische Arten in den untersuchten Mischungen, durchweg einjährige Arten aus dem Mittelmeergebiet und aus außereuropäischen Ländern. Unter den wenigen heimischen Arten, die in fast jeder Bienenmischung auftraten, waren Kornblume und Klatschmohn. Dabei sind unsere heimischen Insekten auch auf heimische Kräuter als Futterquelle angewiesen.
    Es ist zunächst sehr erfreulich, dass überhaupt ein Naturschutzthema eine breite Aufmerksamkeit erlangt. Es ist aber wichtig, darauf hinzuweisen, dass fremdländische Kräuter für unsere Insekten kaum von Nutzen sind und dass Samenmischungen mit heimischen Kräutern klar vorzuziehen sind. Solche sind inzwischen auch im Handel erhältlich. Es gibt Unternehmen, die sich die Vermarktung heimischer und sogar regional spezifischer Samenmischungen zum Ziel gesetzt haben. Gerhard Depner
    Impressionen der Natur rund um Preetz aus dem Jahr 2019
    Frauke ein Mitglied des NABU Preetz Probstei war auch letztes Jahr mit dem Fotoapparat unterwegs und hat im Bild festgehalten, was uns allen am Herzen liegt. Eine artenreiche Naturlandschaft vor unserer Haustür.
    Wohnraum schaffen für Vögel und Fledermäuse
    Es sind unsere Spechte, die zunächst einmal besonders betroffen sind davon, dass Bäume viel zu früh gefällt werden, noch bevor sie sich darin Höhlen zur Aufzucht ihres Nachwuchses zimmern können. Spechte benötigen aber tote Bäume für ihre Bruthöhlen, die sie jedes Jahr neu anlegen. Als Nachmieter können deshalb andere Singvögel diese Höhlen nutzen. Fehlendes Totholz macht das Leben den Spechten schwer und führt in der Folge auch zum Mangel an Wohnraum für die Höhlenbrüter unter den Vögeln. Auch unsere nachtaktiven Fledermäuse leiden an Quartiermangel im Sommer, weil es immer weniger natürliche Höhlen als Ruheplätze gibt, in denen sie tagsüber Unterschlupf finden.
    Um das Brüten, die Aufzucht von Jungvögeln und die Sommerquartiere für Fledermäuse zu fördern, haben ehrenamtliche Mitglieder des NABU Preetz-Probstei im Siedlungsraum und Umland von Preetz über die Jahre hinweg spezielle Fledermauskästen und verschiedene Nistkästen für Singvögel, wie Meisen-, Kleiber, Halbhöhlenbrüter, aber auch Stare und Schellenten angebracht. Inzwischen hängen über 200 solcher Kästen an geeigneten Bäumen in den Bereichen Klosterforst, Harderpark, Wehrberg, Uferweg und Obstwiese am Lanker See, Streuobstwiese am Sieversdorfer Weg, in der Postseefeldmark, im Bereich Albrechtskoppel/Klinik und am Jahnplatz. Geeignete Kästen werden besonders gerne von Fledermäusen, Kohlmeisen, Blaumeisen, und Feldsperling, aber auch von Grauschnäpper und Kleiber angenommen. Der Kleiber hat die Eigenart sich das zu große Einflugloch mit lehmiger Masse zu verkleben und dadurch zu verkleinern. Das Foto (Aufnahme: Johannes F. Imhoff) zeigt einen Kleiber auf einem speziell für ihn konstruierten Nistkasten, in dem er auch gebrütet hat.
    Die Kästen müssen regelmäßig gewartet werden. Dazu werden nach der Brutsaison alte Nester entfernt, die Kästen gesäubert und wieder verschlossen (Foto). Beschädigte Kästen werden repariert, kaputte Kästen ausgetauscht. Optimaler Zeitraum für diese Tätigkeit ist von August bis November, da viele Vögel in der kalten Jahreszeit die Kästen auch als Schlafplatz benutzen. Während sich Fledermäuse ab Herbst in ihre Winterquartiere zurückziehen, nutzen mitunter Gelbhalsmäuse die Kästen für die Winterruhe. Zudem „reservieren“ sich Feldsperlinge oft schon im Spätherbst ihre neuen Brutplätze für die kommende Saison.
    Auch Sie können unseren höhlenbrütenden Singvögeln und Fledermäusen helfen, indem Sie entsprechende Kästen im Garten anbringen. Spätestens Anfang März sollten Kästen aufgehängt oder gereinigt werden, bevor die neue Brutsaison beginnt und unsere Singvögel dann neue Nester anlegen. Geeignete Standorte sind Obstbäume oder andere Bäume, aber auch Häuserfassaden. Beim Anbringen sollte beachtet werden, dass Äste und Blattwerk den An- und Abflug nicht behindern. Vor allem Fledermäuse benötigen „freie Sicht“. Wenn Sie dann noch einen naturnahen Garten mit einer Blumenwiese und einheimischen Sträuchern gestalten, so dass sich Insekten dort wohl fühlen, ist auch für das nötige Futter gesorgt, das besonders zur Aufzucht der Jungvögel in großen Mengen benötigt wird. Ursula Bias-Imhoff
    Schaffung von Fledermauswohnraum
    Schaffung von Fledermauswohnraum
    Gärten als Rückzugsflächen für die Natur
    Jetzt im Frühjahr ist die Zeit den Garten zu gestalten, um ihn dann bis in den Sommer hinein weitgehend der Natur sich selbst zu überlassen. Gärten können für den Erhalt unserer Artenvielfalt einen wichtigen Beitrag leisten. Mit einer Gesamtfläche der Gärten in Deutschland von etwa der Größe Schleswig-Holsteins liegt hier ein wichtiges Potential für den Naturschutz. Durch naturnahe Gestaltung kann sich Artenvielfalt entwickeln oder es können sogar bedrohte Arten überleben. Wer einen eigenen Garten gestaltet, kann durch artenreiche Bepflanzung mit heimischen Kräutern, Sträuchern und Bäumen, unsere Insekten- und Tierwelt unterstützen. Dazu gibt es ein Vortragsangebot am 20.3.2020, in dem die Vielfalt an Pflanzen, Vögeln, Faltern, Libellen, Käfern, Wanzen, Wespen und Bienen aus dem eigenen Garten mit Photos dokumentiert wird.
    Kleiber+Nistkasten
    Kleiber+Nistkasten
    Nadelbäume spenden wertvollen Lebensraum
    Nadelbäume sind wertvolle und feste Bestandteile unserer Wald- und Parklandschaften und auch unserer Gärten. Sie bieten einer Vielzahl an Tieren Lebensraum und gehören wie Laubbäume zu einer artenreichen Umwelt dazu. Viele unserer Tiere haben sich speziell mit Nadelbäumen angefreundet oder sind gar auf sie als Lebensraum angewiesen. Sie nutzen besonders unsere Fichten als Brutplatz, als wichtige Nahrungsquelle (Samen und Nadelbaum-spezifische Insekten) oder auch als Ruheraum im Schutze des dichten Nadelkleides. Dazu gehören Spechte, verschiedene Meisen und Finken, Goldhähnchen und Waldbaumläufer, aber besonders auch Greifvögel wie Sperber und Waldohreule, die alle im Hindenburgpark und den Heitmann’schen Tannen guten Lebensraum finden.
    Der Sperber besiedelt bevorzugt Nadelwälder und hat eine besondere Vorliebe für Fichten und Lärchen als Brutplatz und sein Vorkommen ist an diese Nadelbäume gebunden. Er ist ein imposanter Greifvogel (Photo: Hans-Georg Sahl) und äußerst gewandter Flieger, der auf der Jagd pfeilschnell seine Beute überrascht. Der Bereich um den Hindenburgpark ist bislang für ihn ein besonders geeigneter Lebensraum und hier hat er auch in den vergangenen Jahren gebrütet, wird aber durch weitere Abholzung geeigneter Brutbäume verdrängt. Er gilt als streng geschützte Art.
    Auch Waldohreulen leben überwiegend in Nadel- oder Mischwäldern, mit angrenzenden offenen Flächen für die Jagd. Nadelbäume am Waldrand, besonders Fichten und Kiefern, die ausreichend Deckung bieten, dienen der Waldohreule als Ruheplatz während des Tages, aber auch als Brutplatz, den sie in alten Nestern von Krähe oder Elster findet. Auch sie war im Bereich des Hindenburgparks in den vergangenen Jahren das ganze Jahr über zu beobachten. Ähnlich wie andere Eulenarten verdient die Waldohreule unseren uneingeschränkten Schutz, der besonders in der Erhaltung von strukturreichen, naturnahen Lebensräumen liegt. Offensichtlich will die Stadt Preetz konsequent Nadelbäume aus dem Hindenburgpark und den Heitmann’schen Tannen entfernen. Dabei sind gerade die dort noch vorkommenden Fichten und Lärchen besonders wichtige Brutbäume für Sperber und Waldohreule. Beide dürften durch die geplanten Maßnahmen wohl ihre angestammten Reviere verlieren.
    Auch verschiedene kleinere Singvögel sind auf Nadelbäume als wichtigen Bestandteil des Lebensraumes angewiesen. So benötigt das Wintergoldhähnchen, dessen Bestände in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind, Nadelbäume und hat eine besondere Vorliebe für Fichten. Man sagt, dass es nur in Beständen mit mindesten 16—20 Fichten brütet. Weiterhin lebt der Waldbaumläufer im Nadel- und Mischwald und seine Nahrung besteht aus Insekten und Samen der Nadelhölzer. Auch der Gimpel (Dompfaff) baut seine Nester in Nadelbäumen, vorzugsweise in Fichten. Schließlich suchen auch unsere Wintergäste, die Bergfinken, zum Übernachten gezielt Fichtenforste auf. Noch ist das Umfeld um den Hindenburgpark offensichtlich ein geeigneter Platz, da man dort in der Winterzeit große Scharen an Bergfinken beobachten kann.
    Vollkommen zu Unrecht werden Nadelbäume, besonders Fichten, mitunter als ökologisch minderwertig eingestuft. Ihr schlechtes Image haben der Fichte ausgedehnte Monokulturen eingebracht, die ja grundsätzlich ökologisch nicht zu vertreten sind und als besonders anfällig gegenüber jeglicher Form von Schädlingen bekannt sind. Nur in solchen Monokulturen kann auch der Befall durch Borkenkäfer zum Problem werden. Für Fichten, die in kleinen, verstreuten Beständen oder in Mischwäldern, wie dem Hindenburgpark wachsen, gilt dies nicht. Dort kann der Käfer durch seine natürlichen Feinde in Schach gehalten werden. Dazu zählen verschiedene andere Käfer, wie z.B. der Ameisenbuntkäfer, der auch im Umfeld des Hindenburgparks vorkommt. Aber auch Spechte, allen voran der Schwarzspecht, und andere Vögel dezimieren die Populationen der Borkenkäfer. In solchen Mischwäldern kommt daher auch keine problematische Massenvermehrung vor, die ein Fällen von befallenen Fichten rechtfertigt. Schon gar nicht sinnvoll ist das prophylaktische Fällen von gesunden Bäumen, die keinerlei Befall durch den Borkenkäfer zeigen. Man kann daher nur daran appellieren, die ökologisch wertvollen Mischwaldbereiche nicht zu zerstören und die wenigen noch vorhandenen Nadelbäume im Hindenburgpark und im Bereich der Heitmann’schen Tannen zu belassen. Johannes F. Imhoff
    Sperber
    Sperber
    Schon vergessen? - Blei als Umweltgift
    Die Verwendung von Blei und Bleiverbindungen ist ein gutes Beispiel, wie der Mensch mit sich und der Umwelt über lange Jahre allzu sorglos umgegangen ist. Ungeheure Mengen an Blei wurden besonders im vergangenen Jahrhundert weitflächig über den ganzen Globus verteilt. Die Spuren werden sich noch über Jahrhunderte wiederfinden lassen.
    Blei ist ein für Mensch und Tiere giftiges Schwermetall. Es schädigt das Nervensystem, beeinträchtigt die Blutbildung, führt zu Magen-Darm-Beschwerden und verursacht Nierenschäden. In hohen Dosen (>5 g bei erwachsenen Menschen) verursacht es schwere akute Vergiftungen, die zu Koma und Tod durch Kreislaufversagen führen können. Selbst in geringen Dosen (>1 mg pro Tag) können Blei oder Bleiverbindungen, regelmäßig über die Nahrung aufgenommen, zu chronischer Vergiftung führen, da es nur sehr langsam ausgeschieden wird.
    Seit alters her ist Blei in zahlreichen Anwendungen enthalten und gelangte dadurch in Nahrung und Umwelt. Über viele Jahrzehnte, bis in die 1970er Jahre, wurden bei uns Bleirohre für Wasserleitungen verwendet, aus denen geringe Bleimengen ins Trinkwasser gelangten. Blei ist auch in bestimmten Tonglasuren enthalten, die besonders in Trinkgefäßen problematisch sind, da es daraus durch saure Fruchtsäfte herausgelöst wird. Maler vergifteten sich durch Verwendung von Bleiweiß als Farbe, manch einer starb daran.
    Flächendeckend und weltweit wurde Bleihydrogenarsenat als Pflanzenschutzmittel seit den 1890er Jahren, insbesondere gegen den Kartoffelkäfer, den Apfelwickler und im Weinbau eingesetzt. In Deutschland wurde seine Verwendung im Weinbau 1928 untersagt, im Obstbau wurde es noch bis etwa 1960 verwendet. Die Gründe für den Verzicht in der Schädlingsbekämpfung sind nur zum Teil darauf zurückzuführen, dass man seine Giftigkeit erkannt und daraus Konsequenzen gezogen hat. Vielmehr waren Resistenzen, besonders bei Apfelwickler Populationen, aufgetreten und es gab ein neues äußerst wirksames Mittel, das Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT).
    Als Zusatz zum Benzin war Bleitetraethyl Hauptursache für die globale Bleibelastung der Umwelt im vergangenen Jahrhundert. Die kommerzielle Nutzung als Antiklopfmittel im Benzin begann in den USA 1921. Obwohl man die akute Toxizität von Bleitetraethyl, durch Todesfälle im Forscherteam des Entdeckers, sehr früh erkannte und trotz der bekannten Giftigkeit von Bleiverbindungen generell für Mensch, Tier und Umwelt, wurde es über viele Jahrzehnte dem Benzin beigemischt und in Tausenden Tonnenmengen großflächig in der Umwelt verteilt. Alleine der Rhein führte damals etwa 2000 Tonnen Blei jährlich ins Meer. In Deutschland wurde verbleites Normalbenzin 1988 verboten, verbleites Superbenzin 1996. Endgültig Schluss mit dem verbleiten Benzin in Europa war erst im Jahr 2000.
    Kaum ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt ist die Verwendung von Blei in der Schrotmunition für die Jagd. Durch Fraß von angeschossenem Wild war es aber immer wieder dazu gekommen, dass Greifvögel verendeten. Auch wenn es Verbote und Einschränkungen in der Verwendung von Bleischrot gibt, so wird er weiterhin verwendet. Lokale Schwerpunkte sind heute Schießplätze, an denen noch mit Bleischrot geschossen wird. Da hier über die Jahre Tonnenmengen an Blei in Erdreich und Gewässer gelangen, können sie lokal zu einem gewaltigen Giftpotential akkumulieren.
    Auch wenn die extreme Umweltbelastung durch Blei und Bleiverbindungen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist, so verschwindet es aus der Umwelt nur langsam. So raten Experten in Nordamerika noch immer in bestimmten Regionen, Kinder aufgrund der Bleibelastung nicht draußen spielen zu lassen. Die WHO weist darauf hin, dass die Bleibelastung nach wie vor ein Gesundheitsproblem darstellt und es 2013 aufgrund von Bleibelastung weltweit schätzungsweise zu über 850 000 Todesfällen kam.
    Johannes F. Imhoff
    Vögel als Wintergäste in Preetz
    Viele Vögel aus dem hohen Norden machen auf dem Zug nach Süden bei uns erst einmal Rast oder bleiben auch für die Winterzeit bei uns. Bei einem Spaziergang in die Preetzer Umgebung kann man bei etwas Glück solche nordischen Wintergäste beobachten. Schon seit einigen Jahren ist immer wieder der amselgroße Raubwürger (Photo: Frauke Anders-Gehrke) bei uns in der Feldmark zu beobachten. Das helle Gefieder ist schon von weitem in der tristen Landschaft zu erkennen. Er sitzt gerne auf hohen Warten in den Knicks oder in größeren Bäumen, um von dort aus die eine oder andere Maus zu entdecken.
    Große Trupps von Wachholderdrosseln und Rotdrosseln durchsteifen immer wieder mal die Feldmark. Sie gehen gerne auf die abgeernteten Maisflächen oder in die Knicks, um die Früchte vom Weißdorn oder Holunder zu fressen.
    Wenn die Wasseramsel (Photo: Frauke Anders-Gehrke) sich zu uns gesellt, was nicht jedes Jahr der Fall ist, findet man sie im Harderpark, an der Mühlenau oder am Ausgang des Kirchsees an der Schwentine. Sie ist der einzige Singvogel, der tauchen, schwimmen und singen kann und ist sehr gut bei der Nahrungssuche zu beobachten.
    An der Schwentine und am Kirchsee halten sich verschiedene Wasservögel im Winter auf, zum Beispiel die Gänsesäger, die in Trupps auf dem See nach Fischen jagen. Auch Zwergsäger, Tafelenten und Schellenten, die schon voll in ihren Prachtkleidern sind, kann man beim Balzen beobachten.
    Schon von weitem hört man die Rufe der Blässgänse, die in V-Formationen über Preetz hinwegfliegen. Einige Trupps machen hier auch Zwischenrast, um am Postsee oder Lanker Seeufer Nahrung aufzunehmen.
    An den Fütterungsstellen am Haus sind auch einige Gäste aus dem Norden zu entdecken wie zum Beispiel der Erlenzeisig, der Birkenzeisig, die nordische Schwanzmeise (erkennbar an dem ganz hellen Kopf) sowie der nordische Gimpel (Dompfaff), der etwas kräftiger als unser heimischer ist. Gerhard Depner
    • Birkenzeisig
      Birkenzeisig
    • Raubwürger
      Raubwürger
    • Schwanzmeise
      Schwanzmeise
    • Wasseramsel
      Wasseramsel
    • Zeisig
      Zeisig
    Beweidung der Inseln im Lanker See für 2019 beendet
    Voraussichtlich am 17. November werden die schottischen Hochlandrinder, auch „Longhorn Cattle“ genannt, von den Inseln Probstenwarder und Appelwarder im Lanker See zurück auf das Festland gebracht. Der Transport auf dem Floß erfolgt mit Hilfe der freiwilligen Feuerwehr Preetz, die auf diese Weise im Rahmen Ihrer Übungen einen wichtigen Naturschutzdienst leistet. Die Beweidung durch die Tiere ist erforderlich damit die Bestände der Echten Schlüsselblume (Primula veris) flächendeckend auf dem Appelwarder erhalten bleiben. Dornsträucher sollen nicht aufkommen und die Grasnarbe muss freie Stellen behalten. Die Hochlandrinder als lebende Rasenmäher haben über viele Jahre gute Arbeit geleistet. Der Probstenwarder hatte einst eine große Möwenkolonie mit hunderten überwiegend Lachmöwen. Im letzten Jahr brüteten nur etwa 40 Sturmmöwenpaare und etwa 20 Lachmöwenpaare. In 2019 hielten nur drei bis vier Paare der Sturmmöwe die Stellung. Es könnte sein, dass das Auftreten des Fuchses hier eine Rolle spielt. Man muss auf jeden Fall kurzrasige Flächen haben, so dass die Möwen wiederkommen können. Dafür sorgen die Hochlandrinder. Das Foto zeigt den Rinderauftrieb im Frühsommer. Der Lanker See hat als EU-Vogelschutzgebiet einen besonderen Schutzstatus. Die genannten Entwicklungsziele sind neben anderen Maßnahmen mit den Behörden abgestimmt. Harald Christiansen
    Geschützte Schlüsselblumen auf dem Appelwarder
    Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) ist eine natürliche Schönheit und ein europaweit verbreitetes Wildkraut (siehe Photo). Sie wurde 2016 zur Blume des Jahres gewählt. Das flächenhafte Vorkommen der Echten Schlüsselblume auf dem Appelwarder ist für Schleswig-Holstein eine Besonderheit, denn im norddeutschen Tiefland findet man sie selten. Sie liebt trockene und stickstoffarme Standorte. Als ausdauernde Pflanze blüht sie schon früh im Jahr (April – Juni), da sie in einem Rhizom über den Winter wichtige Energiereserven speichert.
    Charakteristisch für die Echte Schlüsselblume sind die orangefarbenen Flecken im Schlund der Blüten, die einen angenehm süßen Duft verströmen. Hierin unterscheidet sie sich von ihren beiden Schwestern, der Hohen Schlüsselblume (Primula elatior) und der Stengellosen Schlüsselblume (Primula vulgaris), welche beide ebenfalls in Schleswig-Holstein vorkommen. Aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegenüber hohem Stickstoffgehalt und der starken Düngung auf Wiesen und Weiden ist der Bestand der Echten Schlüsselblume in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Alle Schlüsselblumen sind besonders geschützt. Sie dürfen keinesfalls von ihrem natürlichen Standort entnommen werden. Aufgrund ihres auffälligen Blütenstandes und der frühen Blüte sind Schlüsselblumen auch beliebte Stauden in Gärten. Man kann sie im Frühling häufig auf Pflanzenmärkten kaufen oder die Samen bei namhaften Herstellern von Saatgut bestellen.
    Die Schlüsselblume wird von Insekten mit langem Rüssel, wie Schmetterlingen und Hummeln bestäubt. Auch dient die Pflanze verschiedenen Schmetterlingsraupen als Futter. Besonders erwähnenswert ist hier der Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina), dessen Raupen ausschließlich auf verschiedenen Schlüsselblumen leben. Wegen dieser Spezialisierung und dem Rückgang seiner Futterpflanzen ist er sehr selten geworden und in seinem Bestand stark gefährdet.
    In der Naturheilkunde wird die Schlüsselblume aufgrund ihrer Inhaltsstoffe, vor allem Saponine, in der Behandlung von Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder hartnäckigen Erkältungskrankheiten eingesetzt. Deren schleimlösende Wirkung erleichtert das Abhusten. Johannes F. Imhoff
    NABU-Hütte schließt fürs Winterhalbjahr die Pforten
    Die NABU-Informationshütte am Freibad Lanker See in Preetz ist vom 1. 0ktober 2019 bis zum 31. März 2020 geschlossen. Von April bis September des nächsten Jahres geht es dann weiter in der neuen Saison. Seit 2014 besteht die NABU-Informationshütte (siehe Photo: anlässlich der NABU Gartentage 2018). Sie wurde seinerzeit mit Mitteln der Bingo!-Umweltlotterie und in Eigenarbeit errichtet und ausgestattet. Zur Eröffnung kam der damalige schleswig-holsteinische Umweltminister Klaus Müller. Die Aufgabe dieser NABU-Station besteht in der Information zu den Naturschutzgebieten „Halbinsel und Buchten im Lanker See“ und „Kührener Teich“. Es werden beispielsweise Vogelpräparate in wechselnden Ausstellungen gezeigt (meist verunfallte Tiere!), aber auch Modelle von Schlangen und Fröschen. Die ehrenamtlichen Betreuer informieren zu den Öffnungszeiten jeweils freitags bis sonntags von 15 bis 17 Uhr. In den 15 Jahren ihres Bestehens konnten über 30000 Besucherinnen und Besucher registriert werden! Harald Christiansen
    Die Feuerlibelle – aus dem Süden zugezogen
    Es ist immer wieder beeindruckend, Libellen bei ihrem Flug zu beobachten. Sie sind ganz ungewöhnliche Flugkünstler und können akrobatische Flugmanöver absolvieren. Ihre Flügel sind sehr leicht, dabei aber sehr stabil gebaut, in zwei Paaren hintereinander angeordnet und in einem ungewöhnlich soliden Flugmotor verankert. Beide Flügelpaare können unabhängig voneinander bewegt werden und erlauben daher Flugmanöver, die an den Flug von Hubschraubern erinnern, obwohl ihre Flügel nicht rotieren. Sie können sozusagen in der Luft stehen bleiben, sogar rückwärts fliegen und sind im Fangflug bis zu 50 Stundenkilometer schnell.
    Besonders imposant ist die Feuerlibelle, Crocothemis erythraea. Das ausgewachsene Männchen ist von Kopf bis Fuß in feuerrote Farbe gehüllt (die Weibchen sind, wie bei Libellen üblich, deutlich anders gefärbt). Die Augen, selbst die Beine sind in rot gefärbt und auch Adern der Flügel erscheinen in rötlicher Farbe (Photo am Neuenteich bei Lilienthal im Kreis Plön, August 2019). Ursprünglich ist sie im Mittelmeerraum zu Hause. Sie galt als typische Wanderlibelle, die in warmen Sommern zahlreich nach Zentraleuropa einflog. Seit den 1990er Jahren wurde sie zunehmend im Süden Deutschlands und seit einigen Jahren auch im Norden und in Schleswig-Holstein heimisch, wo sie seit 2007 verstärkt beobachtet wird. Sie wurde sogar 2011 in Deutschland zur Libelle des Jahres gekürt.
    Wie andere Libellen macht sie verschiedene Entwicklungsstadien durch. Die Entwicklung der Larven erfolgt vornehmlich in stehenden Gewässern. Dort lebt sie räuberisch und macht Jagd auf Wasserinsekten, Mückenlarven, Krebstierchen. In dieser Entwicklungsstufe benötigt sie flache Uferbereiche, die im Winter frostfrei bleiben. Daher gilt ihre Ausbreitung nach Norden als ein Indiz für klimabedingte Veränderungen. Aus den Larven schlüpfen dann letzten Endes die erwachsenen, geschlechtsreifen Libellen, die im Flug auf Insektenjagd gehen. Sie sind nicht an Gewässer gebunden und viele Libellen können daher auch in insektenreichen Gärten bei der Jagd beobachtet werden. Johannes F. Imhoff
    40 Jahre NABU Preetz-Probstei - Was macht der NABU denn so?
    Vor 40 Jahren fand in Drillers Hotel in Preetz die Gründungsversammlung des DBV (Deutscher Bund für Vogelschutz) statt, der nach der Wende im Naturschutzbund Deutschland (NABU) aufging. Der NABU Preetz-Probstei hat heute 430 Mitglieder in Preetz und der Probstei bis Schönberg und Laboe, davon sind einige seit den ersten Tagen 1979 dabei. Etwa 25 aktive Mitglieder gibt es, die sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit für die Natur engagieren. Wir freuen uns immer über weitere aktive Mitarbeiter.
    NABU steht für Naturschutz, Artenschutz, Biotopschutz und Umweltschutz. In diesem Sinne kümmern wir uns um Eulenvögel, Weißstörche. Schwalben und viele andere Vogelarten. Generell steht die Entwicklung der Lebensräume für Pflanzen und Tiere (z.B. Libellen oder Frösche) im Fokus.
    Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Betreuung der Naturschutzgebiete „Halbinsel und Buchten im Lanker See“ und „Kührener Teich“ mit insgesamt etwa 350 ha. Das beinhaltet den regelmäßigen Besuch dieser Flächen, Brutvogelzählung, Beobachtungen aller Art zu Flora und Fauna und Meldungen zu Verstößen gegen Naturschutzgesetze. Jährlich wird ein Bericht den staatlichen Stellen zugeleitet. Die Preetzer Postseefeldmark und der Neuenteich in Lilienthal sind zwar noch keine Naturschutzgebiete, werden aber von uns wie solche betreut.
    Am Lanker See Freibad am Preetzer Castöhlenweg steht die Informationshütte des NABU, die vom 1.4. – 30.9. jeweils freitags, sonnabends und sonntags von 15 bis 17 Uhr besetzt ist. Jedes Jahr finden über 2000 Besucher den Weg dorthin um sich zu informieren.
    Zahlreiche Menschen nehmen jedes Jahr an den Ausflügen in die Umgebung von Preetz zu verschiedenen Naturthemen teil. Unter www.NABU-Preetz-Probstei.de findet man diese Veranstaltungen.
    Als Träger öffentlicher Belange schreiben NABU-Mitglieder Stellungnahmen zu neuen Bebauungsplänen, wie beispielsweise zum geplanten Baugebiet Moorkoppel in Preetz an der Straße nach Dammdorf. Die Teilnahme an Sitzungen des Umwelt- oder Bauausschusses gehört oft dazu.
    Zusätzlich zu den Hauptaufgaben gibt es viele weitere tägliche Aufgaben zu erledigen, wie zum Beispiel die Vernetzung mit der Vogelschutzgruppe der evangelischen Jugend oder der Lebenshilfe Kreis Plön. Auch den Kleinsten wird früh das Wissen im Umgang mit Nistkästen vermittelt (siehe Photo).
    Harald Christiansen
    Die Knautien-Sandbiene - eine gefährdete Wildbiene
    Wenn von Bienen die Rede ist, denken die allermeisten direkt an die Honigbiene, die als staatenbildende Biene vom Menschen gezielt gehalten und zur Gewinnung von Honig eingesetzt wird. Dagegen bilden unsere Wildbienen eine große Gruppe mit sehr unterschiedlichen Arten, 550 Arten kennt man in Deutschland. Die meisten von ihnen bilden keine Kolonien, sondern leben einzeln (solitär). Eine besonders artenreiche Gruppe dieser solitär lebenden Wildbienen sind die Sandbienen der Gattung Andrena. Allein in Deutschland sind mehr als 100 Arten heimisch. Sie bauen ihre Nester im Boden und viele sind hinsichtlich ihrer Nahrung spezialisiert. Einige sind sogar auf Blütenpollen einer Pflanzenart oder nahe verwandter Pflanzen angewiesen. So auch die Knautien-Sandbiene Andrena hattorfiana, die ausschließlich Pollen der Witwenblume (Knautia) oder nahe verwandter Kardengewächse für die Aufzucht des Nachwuchses sammelt (siehe Photo: Braderup auf Sylt, Juni 2019). Sie ist eine besonders schöne Sandbiene, überdurchschnittlich groß und gehört zu den wenigen Andrena-Arten mit teilweise rotem Hinterleibsegment bei den Weibchen. Die Flugzeit der Biene ist von Mai bis August mit nur einer Generation. Man findet die Knautien-Sandbiene vor allem auf der Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis) wo sie durch die mit dem rosagefärbten Pollen der Witwenblume gefüllten „roten Hosen“ leicht zu erkennen ist. Die Pollen der Knautien werden in den Zellen des Nestes als Nahrung für die Larven gespeichert. Sie gehört zu den etwa 300 gefährdeten Wildbienen, wozu besonders die hohe Nahrungsspezialisierung beiträgt. Unkrautvernichtungsmittel, starke Düngung und häufige Mahd schon im frühen Sommer lassen die Bestände an Witwenblumen auf unseren Wiesen immer weiter zurückgehen und entziehen damit der Biene die Nahrung. Zum Schutz dieser und auch anderer Wildbienen sollte daher ein ununterbrochenes Blütenangebot die Versorgung der Bienenbrut sicherstellen. Zum Schutz der Knautien-Sandbiene wäre es wünschenswert, Flächen mit Witwenblumen und anderen Kardengewächsen erst nach Ende der Flugzeit der Biene, d.h. Ende August zu mähen.
    Aufgrund ihrer immensen Bedeutung als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen sind Wildbienen von großer, bisher weit unterschätzter Bedeutung. Aufgrund immer stärkere Vernichtung ihres Lebensraumes sind sie enorm gefährdet und wurden daher auch unter Schutz gestellt. Die Erhaltung und Förderung der Wildbienen durch einen umsichtigen Umgang mit ihrem Lebensraum sollte in unser aller Interesse liegen. Ursula Bias-Imhoff
    NABU-Aktion: „Bunte Meter“ schaffen
    Es wird eng für unsere Vögel und Insekten, denn es gibt immer weniger blühende Flächen! Dann fehlen Wildkräuter, so dass die Nahrungsquellen für Samen- und Körnerfresser versiegen. Mit regional angepasster Wildblumensaat, Stauden oder Stockrosen kann im Garten Abhilfe geschaffen werden. Der NABU zeigt beispielsweise an seiner Infohütte am Freibad Lanker See am Preetzer Castöhlenweg (siehe Photo), wie man auf etwa 5 Metern Hummeln, Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten helfen kann. Machen Sie mit und pflanzen schon im Herbst Stauden oder Blumenknollen für das nächste Jahr. Es kommt darauf an, dass man im ganzen Jahr bis in den Oktober Blühpflanzen im Garten hat. Der „weiße Senf“ lässt sich auch jetzt noch einsäen. Stieglitz und Co werden es danken. Harald Christiansen
    • Bunter Meter 01
      Bunter Meter 01
    • Bunter Meter 02
      Bunter Meter 02
    • Bunter Meter 04
      Bunter Meter 04
    • Bunter Meter 03
      Bunter Meter 03
    Aktuell - Invasion der Distelfalter
    Derzeit kann man auch in Schleswig-Holstein ungewöhnlich zahlreich Distelfalter beobachten, an geeigneten Standorten zu Dutzenden oder gar über hundert. Viele haben ausgebleichte Farben oder auch zerzauste Flügel. Der Grund: Sie haben eine tausende Kilometer lange Reise hinter sich. Distelfalter überwintern als Wanderfalter nicht in Deutschland. Frostige Temperaturen können sie nicht vertragen. Sie ziehen daher im Winter nach Südeuropa oder Nordafrika und im Frühjahr, unterstützt von südlichen Winden, dann wieder nach Norden. Dort treffen sie etwa ab Mitte Mai ein. Man findet sie besonders gerne auf Kratzdisteln, die auch den Raupen als Futter dienen. Im letzten Jahr hat der Distelfalter im Süden besonders gute Bedingungen gefunden und sich besonders stark vermehrt, so dass nun eine ungewöhnlich große Zahl in Norddeutschland eingeflogen ist. Das Photo zeigt Distelfalter auf Acker-Kratzdisteln.
    Johannes F. Imhoff
    Naturlandschaft BIODIVERSITAS 2050
    Neues Projekt zur Hilfe für unsere Insektenwelt
    Infomaterial zum Projekt
     Naturlandschaft BIODIVERSITAS 2050 Infofayer
    Beschreibung
    Die Naturlandschaft BIODIVERSITAS 2050 will Ihr Partner sein. Wir wollen der Natur Stück für Stück Land zurückgeben, das ihr verlorengegangen ist. In Zeiten, in denen Städte veröden, die Versiegelung unserer Landschaft ungebremst Lebensräume vernichtet und ein nie dagewesenes, durch den Menschen verursachtes Artensterben stattfindet, ist es dringend erforderlich, für den Schutz unserer Umwelt aktiv zu werden.
    Hierzu will das Vorhaben Naturlandschaft BIODIVERSITAS 2050, eine Aktivität des NABU Preetz-Probstei, ein Biotoparsenal schaffen, in dem mit blühenden Kräutern, in Norddeutschland heimischen Sträuchern und Bäumen auf großer Fläche Lebensraum für eine große Insektenvielfalt und damit für unsere Vögel und Fledermäuse geschaffen wird. Eine hohe Artenvielfalt und auch Bestandsdichte an Insekten in dieser Naturlandschaft soll auf angrenzende Gebiete ausstrahlen und kann auch Rückzuggebiet für manche Art werden. Die Biotope sollen durch geeignete Pflegemaßnahmen in ihrer Struktur erhalten bleiben. Das Vorhaben ist langfristig angelegt und benötigt geeignete Landflächen für die Realisierung. Die Aspekte der Biodiversität, die Probleme des Artensterbens und mögliche Konsequenzen daraus sollen durch regelmäßige Führungen und Präsentationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wir brauchen unsere Insekten, unsere Insekten brauchen eine spezifische Pflanzenvielfalt. Sie sind Nahrung für ganze Tiergruppen wie Vögel, Fledermäuse, Libellen. Unsere Insektenwelt ist extrem gefährdet. Die Bestände und die Artenvielfalt haben gerade in den letzten Jahren rasant abgenommen. Experten reden von bis zu 70% Rückgang im Bestand. Wir müssen jetzt handeln. Jeder Einzelne kann dazu beitragen. Jeder kleine Beitrag kann helfen unsere Natur und ihre Artenvielfalt zu erhalten und unsere Landschaft zu einem lebenswerten Raum zu machen.
    • BIODIVERSITAS-10
      BIODIVERSITAS-10
    • BIODIVERSITAS-01
      BIODIVERSITAS-01
    • BIODIVERSITAS-02
      BIODIVERSITAS-02
    • BIODIVERSITAS-04
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    • BIODIVERSITAS-05
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    • BIODIVERSITAS-03
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    • BIODIVERSITAS-06
      BIODIVERSITAS-06
    • BIODIVERSITAS-07
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    • BIODIVERSITAS-08
      BIODIVERSITAS-08
    • BIODIVERSITAS-09
      BIODIVERSITAS-09
    Aufgaben:
    Ihre Hilfe ist nötig. Sie können beitragen durch
    - eine Geldspende in beliebiger Höhe
    - das Bereitstellen von Flächen für eine langfristig gesicherte ökologische Gestaltung
    - aktive Mitarbeit in der Naturlandschaft BIODIVERSITAS 2050
    Kontakt
    Gerne beantworten wir Ihre Fragen:
    Dr. Johannes F. Imhoff,
    Tel.: 04342/2718,
    Mail: imjohann@web.de
    Spenden für dieses Projekt
    Spendenkonto des NABU Preetz-Probstei bei der Fördesparkasse Kiel
    unter dem Stichwort Biodiversitas 2050:
    IBAN DE42210501700020002259,
    BIG NOLADE21KIE
    Bestimme deine Gartenvögel
    Der Winter ist immer eine gute Gelegenheit die Gartenvögel zu beobachten

     Link zu :Die häufigsten Gartenvögel auf einen Blick (NABU Gartenvogelarten im Porträt)  Link zu "Ornitho.de" aktuellen Überblick über das vogelkundliche Geschehen in Deutschland und Luxemburg