NABU-PREETZ-PROBSTEI
Aktuelle Termine Monatstreffen
Nächste Treffen:
  • jeden letzten Dienstag im Monat um 19:30 im PTSV Sportheim, bis auf weiteres wegen Coronavirus-Pandemie abgesagt
  • Dienstag 31.03.2020 um 19:00 Jahresmitgliederversammlung NABU Preetz-Probstei, wegen Coronavirus-Pandemie abgesagt"
Lage PTSV Sportheim
Jahresprogramm NABU Preetz-Probstei und Kreis Plön
 Jahresprogramm 2020 NABU Kreis Plön als pdf-Datei  Jahresprogramm 2020 NABU Preetz-Probstei als pdf-Datei
Aktuelle Aktionen und Informationen
Auf Grund der Coronavirus-Pandemie fallen alle Veranstaltungen des NABU Preetz Probstei bis Ende Mai aus
NABU Spende für Schwalbenaufzucht
Maike hatte im letzten Jahr 4 Mehlschwalben, eine Rauchschwalbe und einen Star durch den Winter gebracht. Das finde ich doch bemerkenswert. Sie berichtet:

"Nach einem katastrophalen Aufzuchtsjahr 2019 für Schwalben und Mauersegler, durch die extreme Hitze unter den Dächern in den Nestern, habe ich im Sommer über 60 Schwalben ausgewildert. Fast die komplette erste Brut ist durch die Hitze aus den Nestern gestrüzt".

Für diese Leistung dankt der NABU. Der NABU spendet dafür Nisthilfen und einen Geldbetrag für Futterkosten.
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Insektennisthilfen zum selberbauen
 Bauanleitung einer Insektennisthilfen als pdf zum Ausdrucken
Ein Brutfloß für Flussseeschwalben
Die Flussseeschwalbe brütete ursprünglich auf Kies- und Sandinseln naturbelassener Flussläufe. Doch diese gibt es bei uns nicht mehr...
Die Flüsse wurden begradigt, und die Flussseeschwalbe drohte an vielen Stellen auszusterben. Naturschützer wirkten dem entgegen, indem sie Brutflöße ausbrachten. Die Flussseeschwalben nahmen die Brutflöße an, sodass die Bestände dieser Art sich im Binnenland erhöhen konnten.
Auch auf dem Kührener Teich schwimmt ein Brutfloß. Es wurde nach seiner Ausbringung gleich angenommen, und auf ihm brüteten in Spitzenzeiten 3 Paare. Die Zahl ging in den letzten Jahren jedoch zurück, weil sich Bewuchs auf dem Floß breit machte. Die Flussseeschwalbe benötigt jedoch übersichtliche Flächen zum Brüten.
Außerdem hat dieses Jahr der Orkan „Sabine“ das Brutfloß auseinandergerissen und in Einzelteilen an Land gespült. Aus den noch brauchbaren Teilen schraubte der NABU ein neues Brutfloß zusammen und verankerte es an geschützter Stelle auf dem Kührener Teich. Gespannt wird beobachtet, ob das Floß von den Flussseeschwalben bezogen wird.
Holger Düsedau


Veranstaltungen im Mai
Alle für den Monat Mai angekündigten Veranstaltungen fallen aus.
Brutfloß mit Bewuchs auf dem Kührener Teich vor der Zerstörung durch Orkan „Sabine“
Brutfloß mit Bewuchs auf dem Kührener Teich vor der Zerstörung durch Orkan „Sabine“
Brutfloß nach der Instandsetzung bereit für Flussseeschwalbe
Brutfloß nach der Instandsetzung bereit für Flussseeschwalbe
Efeu - Schädling oder Nützling?
Immer noch hält sich der Irrglaube, dass Efeu (Hedera helix) durch seine „Umklammerung“ Bäume aussaugt und erstickt. Auch, wenn dies nicht stimmt, dient es immer wieder Menschen als Grund, die vermeintlich bedrohte Bäume retten wollen, die Luftwurzeln und „Stämme“ des Efeus zu kappen und den Efeu damit zum Absterben zu bringen (Foto). Selbst in Naherholungsgebieten, städtischen Parks und auf alten Friedhöfen werden noch Efeus entfernt und gekappt. Dieses ist nach §39 Abs. 1 Nr. 2 BNat.SchG nicht erlaubt.
Die Haftwurzeln des Efeus dringen nicht in die Rinde des Baumes ein, sondern bleiben sozusagen an der Oberfläche der Borke. Verwurzelt ist er im Erdreich und zieht auch da das Wasser und seine Nahrung heraus. Efeu benutzt den Baum (auch Mauern und Zäune) als „Kletterhilfe“ um an Licht zu kommen. Efeu blüht erst im Alter von 1-2 Jahrzehnten. Eine alte Pflanze kann bis zu 250 000 Blüten hervorbringen. Es wurden an den Blüten über 60 Insektenbesucher festgestellt. Viele Arten von Bienen, Wespen, Hummeln, Schwebfliegen, Käfern und Faltern. Die Efeu-Seidenbiene hat sich sogar auf die Pollen der Efeublüte spezialisiert und zieht ihre Brut ausschließlich damit auf. Die schwarzen Beeren des Efeus (Foto), die erst im Januar bis April reifen, sind im Winter und Frühjahr ein beliebtes Futter für etliche Vogelarten z.B. Amseln, andere Drosselarten und Stare. Efeu bietet sichere Nist- und Schlafplätze für Vögel, Fledermäuse und andere Kleinsäuger.
Fazit: Efeu schadet der Natur nicht! Er ist eine wichtige einheimische Pflanze von großem Nutzen für Vögel, Insekten und andere Tiere. Er ist für den Arten- und Biotopschutz von besonderer Bedeutung. Um den Bestand des Efeus zu erhalten sollte ein Umdenken stattfinden. Frauke Anders-Gehrke
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Insektensterben - Rettung aus der Samentüte?
Das Insektensterben geht gerade durch alle Medien. Dieses komplexe Themenfeld um die heimischen, wildlebenden Insekten ist selbst mit Fachwissen kaum zu durchschauen. Deshalb wird auch in vielen Medien diese Thematik stark vereinfacht und dadurch verzerrt dargestellt.
Heute sind vielerorts die Städte zu Zentren der Artenvielfalt geworden und die Naturlandschaften verarmen immer stärker. Durch die aktuelle Medienpräsenz des „Insektensterbens“ herrscht eine hohe Bereitschaft aktiv zu werden. Die Marktwirtschaft hat diese Lücke rasch erkannt. In so gut wie jedem Baumarkt und Discounter sind Samentüten erhältlich mit ansprechendem Namen wie z.B. Schmetterlingswiese, Bienenschmaus, Hummelmagnet mit buntem Blumen-Cover und vielen Versprechungen.
Die Untersuchungen der Samentüten, über die Buch und Jagel in den Veröffentlichungen des Bochumer Botanischen Vereins (Band 11,9-24, 2019) berichten, sind ernüchternd. Es waren fast ausschließlich nicht einheimische Arten in den untersuchten Mischungen, durchweg einjährige Arten aus dem Mittelmeergebiet und aus außereuropäischen Ländern. Unter den wenigen heimischen Arten, die in fast jeder Bienenmischung auftraten, waren Kornblume und Klatschmohn. Dabei sind unsere heimischen Insekten auch auf heimische Kräuter als Futterquelle angewiesen.
Es ist zunächst sehr erfreulich, dass überhaupt ein Naturschutzthema eine breite Aufmerksamkeit erlangt. Es ist aber wichtig, darauf hinzuweisen, dass fremdländische Kräuter für unsere Insekten kaum von Nutzen sind und dass Samenmischungen mit heimischen Kräutern klar vorzuziehen sind. Solche sind inzwischen auch im Handel erhältlich. Es gibt Unternehmen, die sich die Vermarktung heimischer und sogar regional spezifischer Samenmischungen zum Ziel gesetzt haben. Gerhard Depner
Impressionen der Natur rund um Preetz aus dem Jahr 2019
Frauke ein Mitglied des NABU Preetz Probstei war auch letztes Jahr mit dem Fotoapparat unterwegs und hat im Bild festgehalten, was uns allen am Herzen liegt. Eine artenreiche Naturlandschaft vor unserer Haustür.
Wohnraum schaffen für Vögel und Fledermäuse
Es sind unsere Spechte, die zunächst einmal besonders betroffen sind davon, dass Bäume viel zu früh gefällt werden, noch bevor sie sich darin Höhlen zur Aufzucht ihres Nachwuchses zimmern können. Spechte benötigen aber tote Bäume für ihre Bruthöhlen, die sie jedes Jahr neu anlegen. Als Nachmieter können deshalb andere Singvögel diese Höhlen nutzen. Fehlendes Totholz macht das Leben den Spechten schwer und führt in der Folge auch zum Mangel an Wohnraum für die Höhlenbrüter unter den Vögeln. Auch unsere nachtaktiven Fledermäuse leiden an Quartiermangel im Sommer, weil es immer weniger natürliche Höhlen als Ruheplätze gibt, in denen sie tagsüber Unterschlupf finden.
Um das Brüten, die Aufzucht von Jungvögeln und die Sommerquartiere für Fledermäuse zu fördern, haben ehrenamtliche Mitglieder des NABU Preetz-Probstei im Siedlungsraum und Umland von Preetz über die Jahre hinweg spezielle Fledermauskästen und verschiedene Nistkästen für Singvögel, wie Meisen-, Kleiber, Halbhöhlenbrüter, aber auch Stare und Schellenten angebracht. Inzwischen hängen über 200 solcher Kästen an geeigneten Bäumen in den Bereichen Klosterforst, Harderpark, Wehrberg, Uferweg und Obstwiese am Lanker See, Streuobstwiese am Sieversdorfer Weg, in der Postseefeldmark, im Bereich Albrechtskoppel/Klinik und am Jahnplatz. Geeignete Kästen werden besonders gerne von Fledermäusen, Kohlmeisen, Blaumeisen, und Feldsperling, aber auch von Grauschnäpper und Kleiber angenommen. Der Kleiber hat die Eigenart sich das zu große Einflugloch mit lehmiger Masse zu verkleben und dadurch zu verkleinern. Das Foto (Aufnahme: Johannes F. Imhoff) zeigt einen Kleiber auf einem speziell für ihn konstruierten Nistkasten, in dem er auch gebrütet hat.
Die Kästen müssen regelmäßig gewartet werden. Dazu werden nach der Brutsaison alte Nester entfernt, die Kästen gesäubert und wieder verschlossen (Foto). Beschädigte Kästen werden repariert, kaputte Kästen ausgetauscht. Optimaler Zeitraum für diese Tätigkeit ist von August bis November, da viele Vögel in der kalten Jahreszeit die Kästen auch als Schlafplatz benutzen. Während sich Fledermäuse ab Herbst in ihre Winterquartiere zurückziehen, nutzen mitunter Gelbhalsmäuse die Kästen für die Winterruhe. Zudem „reservieren“ sich Feldsperlinge oft schon im Spätherbst ihre neuen Brutplätze für die kommende Saison.
Auch Sie können unseren höhlenbrütenden Singvögeln und Fledermäusen helfen, indem Sie entsprechende Kästen im Garten anbringen. Spätestens Anfang März sollten Kästen aufgehängt oder gereinigt werden, bevor die neue Brutsaison beginnt und unsere Singvögel dann neue Nester anlegen. Geeignete Standorte sind Obstbäume oder andere Bäume, aber auch Häuserfassaden. Beim Anbringen sollte beachtet werden, dass Äste und Blattwerk den An- und Abflug nicht behindern. Vor allem Fledermäuse benötigen „freie Sicht“. Wenn Sie dann noch einen naturnahen Garten mit einer Blumenwiese und einheimischen Sträuchern gestalten, so dass sich Insekten dort wohl fühlen, ist auch für das nötige Futter gesorgt, das besonders zur Aufzucht der Jungvögel in großen Mengen benötigt wird. Ursula Bias-Imhoff
Schaffung von Fledermauswohnraum
Schaffung von Fledermauswohnraum
Gärten als Rückzugsflächen für die Natur
Jetzt im Frühjahr ist die Zeit den Garten zu gestalten, um ihn dann bis in den Sommer hinein weitgehend der Natur sich selbst zu überlassen. Gärten können für den Erhalt unserer Artenvielfalt einen wichtigen Beitrag leisten. Mit einer Gesamtfläche der Gärten in Deutschland von etwa der Größe Schleswig-Holsteins liegt hier ein wichtiges Potential für den Naturschutz. Durch naturnahe Gestaltung kann sich Artenvielfalt entwickeln oder es können sogar bedrohte Arten überleben. Wer einen eigenen Garten gestaltet, kann durch artenreiche Bepflanzung mit heimischen Kräutern, Sträuchern und Bäumen, unsere Insekten- und Tierwelt unterstützen. Dazu gibt es ein Vortragsangebot am 20.3.2020, in dem die Vielfalt an Pflanzen, Vögeln, Faltern, Libellen, Käfern, Wanzen, Wespen und Bienen aus dem eigenen Garten mit Photos dokumentiert wird.
Kleiber+Nistkasten
Kleiber+Nistkasten
Nadelbäume spenden wertvollen Lebensraum
Nadelbäume sind wertvolle und feste Bestandteile unserer Wald- und Parklandschaften und auch unserer Gärten. Sie bieten einer Vielzahl an Tieren Lebensraum und gehören wie Laubbäume zu einer artenreichen Umwelt dazu. Viele unserer Tiere haben sich speziell mit Nadelbäumen angefreundet oder sind gar auf sie als Lebensraum angewiesen. Sie nutzen besonders unsere Fichten als Brutplatz, als wichtige Nahrungsquelle (Samen und Nadelbaum-spezifische Insekten) oder auch als Ruheraum im Schutze des dichten Nadelkleides. Dazu gehören Spechte, verschiedene Meisen und Finken, Goldhähnchen und Waldbaumläufer, aber besonders auch Greifvögel wie Sperber und Waldohreule, die alle im Hindenburgpark und den Heitmann’schen Tannen guten Lebensraum finden.
Der Sperber besiedelt bevorzugt Nadelwälder und hat eine besondere Vorliebe für Fichten und Lärchen als Brutplatz und sein Vorkommen ist an diese Nadelbäume gebunden. Er ist ein imposanter Greifvogel (Photo: Hans-Georg Sahl) und äußerst gewandter Flieger, der auf der Jagd pfeilschnell seine Beute überrascht. Der Bereich um den Hindenburgpark ist bislang für ihn ein besonders geeigneter Lebensraum und hier hat er auch in den vergangenen Jahren gebrütet, wird aber durch weitere Abholzung geeigneter Brutbäume verdrängt. Er gilt als streng geschützte Art.
Auch Waldohreulen leben überwiegend in Nadel- oder Mischwäldern, mit angrenzenden offenen Flächen für die Jagd. Nadelbäume am Waldrand, besonders Fichten und Kiefern, die ausreichend Deckung bieten, dienen der Waldohreule als Ruheplatz während des Tages, aber auch als Brutplatz, den sie in alten Nestern von Krähe oder Elster findet. Auch sie war im Bereich des Hindenburgparks in den vergangenen Jahren das ganze Jahr über zu beobachten. Ähnlich wie andere Eulenarten verdient die Waldohreule unseren uneingeschränkten Schutz, der besonders in der Erhaltung von strukturreichen, naturnahen Lebensräumen liegt. Offensichtlich will die Stadt Preetz konsequent Nadelbäume aus dem Hindenburgpark und den Heitmann’schen Tannen entfernen. Dabei sind gerade die dort noch vorkommenden Fichten und Lärchen besonders wichtige Brutbäume für Sperber und Waldohreule. Beide dürften durch die geplanten Maßnahmen wohl ihre angestammten Reviere verlieren.
Auch verschiedene kleinere Singvögel sind auf Nadelbäume als wichtigen Bestandteil des Lebensraumes angewiesen. So benötigt das Wintergoldhähnchen, dessen Bestände in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen sind, Nadelbäume und hat eine besondere Vorliebe für Fichten. Man sagt, dass es nur in Beständen mit mindesten 16—20 Fichten brütet. Weiterhin lebt der Waldbaumläufer im Nadel- und Mischwald und seine Nahrung besteht aus Insekten und Samen der Nadelhölzer. Auch der Gimpel (Dompfaff) baut seine Nester in Nadelbäumen, vorzugsweise in Fichten. Schließlich suchen auch unsere Wintergäste, die Bergfinken, zum Übernachten gezielt Fichtenforste auf. Noch ist das Umfeld um den Hindenburgpark offensichtlich ein geeigneter Platz, da man dort in der Winterzeit große Scharen an Bergfinken beobachten kann.
Vollkommen zu Unrecht werden Nadelbäume, besonders Fichten, mitunter als ökologisch minderwertig eingestuft. Ihr schlechtes Image haben der Fichte ausgedehnte Monokulturen eingebracht, die ja grundsätzlich ökologisch nicht zu vertreten sind und als besonders anfällig gegenüber jeglicher Form von Schädlingen bekannt sind. Nur in solchen Monokulturen kann auch der Befall durch Borkenkäfer zum Problem werden. Für Fichten, die in kleinen, verstreuten Beständen oder in Mischwäldern, wie dem Hindenburgpark wachsen, gilt dies nicht. Dort kann der Käfer durch seine natürlichen Feinde in Schach gehalten werden. Dazu zählen verschiedene andere Käfer, wie z.B. der Ameisenbuntkäfer, der auch im Umfeld des Hindenburgparks vorkommt. Aber auch Spechte, allen voran der Schwarzspecht, und andere Vögel dezimieren die Populationen der Borkenkäfer. In solchen Mischwäldern kommt daher auch keine problematische Massenvermehrung vor, die ein Fällen von befallenen Fichten rechtfertigt. Schon gar nicht sinnvoll ist das prophylaktische Fällen von gesunden Bäumen, die keinerlei Befall durch den Borkenkäfer zeigen. Man kann daher nur daran appellieren, die ökologisch wertvollen Mischwaldbereiche nicht zu zerstören und die wenigen noch vorhandenen Nadelbäume im Hindenburgpark und im Bereich der Heitmann’schen Tannen zu belassen. Johannes F. Imhoff
Sperber
Sperber
Schon vergessen? - Blei als Umweltgift
Die Verwendung von Blei und Bleiverbindungen ist ein gutes Beispiel, wie der Mensch mit sich und der Umwelt über lange Jahre allzu sorglos umgegangen ist. Ungeheure Mengen an Blei wurden besonders im vergangenen Jahrhundert weitflächig über den ganzen Globus verteilt. Die Spuren werden sich noch über Jahrhunderte wiederfinden lassen.
Blei ist ein für Mensch und Tiere giftiges Schwermetall. Es schädigt das Nervensystem, beeinträchtigt die Blutbildung, führt zu Magen-Darm-Beschwerden und verursacht Nierenschäden. In hohen Dosen (>5 g bei erwachsenen Menschen) verursacht es schwere akute Vergiftungen, die zu Koma und Tod durch Kreislaufversagen führen können. Selbst in geringen Dosen (>1 mg pro Tag) können Blei oder Bleiverbindungen, regelmäßig über die Nahrung aufgenommen, zu chronischer Vergiftung führen, da es nur sehr langsam ausgeschieden wird.
Seit alters her ist Blei in zahlreichen Anwendungen enthalten und gelangte dadurch in Nahrung und Umwelt. Über viele Jahrzehnte, bis in die 1970er Jahre, wurden bei uns Bleirohre für Wasserleitungen verwendet, aus denen geringe Bleimengen ins Trinkwasser gelangten. Blei ist auch in bestimmten Tonglasuren enthalten, die besonders in Trinkgefäßen problematisch sind, da es daraus durch saure Fruchtsäfte herausgelöst wird. Maler vergifteten sich durch Verwendung von Bleiweiß als Farbe, manch einer starb daran.
Flächendeckend und weltweit wurde Bleihydrogenarsenat als Pflanzenschutzmittel seit den 1890er Jahren, insbesondere gegen den Kartoffelkäfer, den Apfelwickler und im Weinbau eingesetzt. In Deutschland wurde seine Verwendung im Weinbau 1928 untersagt, im Obstbau wurde es noch bis etwa 1960 verwendet. Die Gründe für den Verzicht in der Schädlingsbekämpfung sind nur zum Teil darauf zurückzuführen, dass man seine Giftigkeit erkannt und daraus Konsequenzen gezogen hat. Vielmehr waren Resistenzen, besonders bei Apfelwickler Populationen, aufgetreten und es gab ein neues äußerst wirksames Mittel, das Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT).
Als Zusatz zum Benzin war Bleitetraethyl Hauptursache für die globale Bleibelastung der Umwelt im vergangenen Jahrhundert. Die kommerzielle Nutzung als Antiklopfmittel im Benzin begann in den USA 1921. Obwohl man die akute Toxizität von Bleitetraethyl, durch Todesfälle im Forscherteam des Entdeckers, sehr früh erkannte und trotz der bekannten Giftigkeit von Bleiverbindungen generell für Mensch, Tier und Umwelt, wurde es über viele Jahrzehnte dem Benzin beigemischt und in Tausenden Tonnenmengen großflächig in der Umwelt verteilt. Alleine der Rhein führte damals etwa 2000 Tonnen Blei jährlich ins Meer. In Deutschland wurde verbleites Normalbenzin 1988 verboten, verbleites Superbenzin 1996. Endgültig Schluss mit dem verbleiten Benzin in Europa war erst im Jahr 2000.
Kaum ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt ist die Verwendung von Blei in der Schrotmunition für die Jagd. Durch Fraß von angeschossenem Wild war es aber immer wieder dazu gekommen, dass Greifvögel verendeten. Auch wenn es Verbote und Einschränkungen in der Verwendung von Bleischrot gibt, so wird er weiterhin verwendet. Lokale Schwerpunkte sind heute Schießplätze, an denen noch mit Bleischrot geschossen wird. Da hier über die Jahre Tonnenmengen an Blei in Erdreich und Gewässer gelangen, können sie lokal zu einem gewaltigen Giftpotential akkumulieren.
Auch wenn die extreme Umweltbelastung durch Blei und Bleiverbindungen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist, so verschwindet es aus der Umwelt nur langsam. So raten Experten in Nordamerika noch immer in bestimmten Regionen, Kinder aufgrund der Bleibelastung nicht draußen spielen zu lassen. Die WHO weist darauf hin, dass die Bleibelastung nach wie vor ein Gesundheitsproblem darstellt und es 2013 aufgrund von Bleibelastung weltweit schätzungsweise zu über 850 000 Todesfällen kam.
Johannes F. Imhoff
Vögel als Wintergäste in Preetz
Viele Vögel aus dem hohen Norden machen auf dem Zug nach Süden bei uns erst einmal Rast oder bleiben auch für die Winterzeit bei uns. Bei einem Spaziergang in die Preetzer Umgebung kann man bei etwas Glück solche nordischen Wintergäste beobachten. Schon seit einigen Jahren ist immer wieder der amselgroße Raubwürger (Photo: Frauke Anders-Gehrke) bei uns in der Feldmark zu beobachten. Das helle Gefieder ist schon von weitem in der tristen Landschaft zu erkennen. Er sitzt gerne auf hohen Warten in den Knicks oder in größeren Bäumen, um von dort aus die eine oder andere Maus zu entdecken.
Große Trupps von Wachholderdrosseln und Rotdrosseln durchsteifen immer wieder mal die Feldmark. Sie gehen gerne auf die abgeernteten Maisflächen oder in die Knicks, um die Früchte vom Weißdorn oder Holunder zu fressen.
Wenn die Wasseramsel (Photo: Frauke Anders-Gehrke) sich zu uns gesellt, was nicht jedes Jahr der Fall ist, findet man sie im Harderpark, an der Mühlenau oder am Ausgang des Kirchsees an der Schwentine. Sie ist der einzige Singvogel, der tauchen, schwimmen und singen kann und ist sehr gut bei der Nahrungssuche zu beobachten.
An der Schwentine und am Kirchsee halten sich verschiedene Wasservögel im Winter auf, zum Beispiel die Gänsesäger, die in Trupps auf dem See nach Fischen jagen. Auch Zwergsäger, Tafelenten und Schellenten, die schon voll in ihren Prachtkleidern sind, kann man beim Balzen beobachten.
Schon von weitem hört man die Rufe der Blässgänse, die in V-Formationen über Preetz hinwegfliegen. Einige Trupps machen hier auch Zwischenrast, um am Postsee oder Lanker Seeufer Nahrung aufzunehmen.
An den Fütterungsstellen am Haus sind auch einige Gäste aus dem Norden zu entdecken wie zum Beispiel der Erlenzeisig, der Birkenzeisig, die nordische Schwanzmeise (erkennbar an dem ganz hellen Kopf) sowie der nordische Gimpel (Dompfaff), der etwas kräftiger als unser heimischer ist. Gerhard Depner
  • Birkenzeisig
    Birkenzeisig
  • Raubwürger
    Raubwürger
  • Schwanzmeise
    Schwanzmeise
  • Wasseramsel
    Wasseramsel
  • Zeisig
    Zeisig
Beweidung der Inseln im Lanker See für 2019 beendet
Voraussichtlich am 17. November werden die schottischen Hochlandrinder, auch „Longhorn Cattle“ genannt, von den Inseln Probstenwarder und Appelwarder im Lanker See zurück auf das Festland gebracht. Der Transport auf dem Floß erfolgt mit Hilfe der freiwilligen Feuerwehr Preetz, die auf diese Weise im Rahmen Ihrer Übungen einen wichtigen Naturschutzdienst leistet. Die Beweidung durch die Tiere ist erforderlich damit die Bestände der Echten Schlüsselblume (Primula veris) flächendeckend auf dem Appelwarder erhalten bleiben. Dornsträucher sollen nicht aufkommen und die Grasnarbe muss freie Stellen behalten. Die Hochlandrinder als lebende Rasenmäher haben über viele Jahre gute Arbeit geleistet. Der Probstenwarder hatte einst eine große Möwenkolonie mit hunderten überwiegend Lachmöwen. Im letzten Jahr brüteten nur etwa 40 Sturmmöwenpaare und etwa 20 Lachmöwenpaare. In 2019 hielten nur drei bis vier Paare der Sturmmöwe die Stellung. Es könnte sein, dass das Auftreten des Fuchses hier eine Rolle spielt. Man muss auf jeden Fall kurzrasige Flächen haben, so dass die Möwen wiederkommen können. Dafür sorgen die Hochlandrinder. Das Foto zeigt den Rinderauftrieb im Frühsommer. Der Lanker See hat als EU-Vogelschutzgebiet einen besonderen Schutzstatus. Die genannten Entwicklungsziele sind neben anderen Maßnahmen mit den Behörden abgestimmt. Harald Christiansen
Geschützte Schlüsselblumen auf dem Appelwarder
Die Echte Schlüsselblume (Primula veris) ist eine natürliche Schönheit und ein europaweit verbreitetes Wildkraut (siehe Photo). Sie wurde 2016 zur Blume des Jahres gewählt. Das flächenhafte Vorkommen der Echten Schlüsselblume auf dem Appelwarder ist für Schleswig-Holstein eine Besonderheit, denn im norddeutschen Tiefland findet man sie selten. Sie liebt trockene und stickstoffarme Standorte. Als ausdauernde Pflanze blüht sie schon früh im Jahr (April – Juni), da sie in einem Rhizom über den Winter wichtige Energiereserven speichert.
Charakteristisch für die Echte Schlüsselblume sind die orangefarbenen Flecken im Schlund der Blüten, die einen angenehm süßen Duft verströmen. Hierin unterscheidet sie sich von ihren beiden Schwestern, der Hohen Schlüsselblume (Primula elatior) und der Stengellosen Schlüsselblume (Primula vulgaris), welche beide ebenfalls in Schleswig-Holstein vorkommen. Aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegenüber hohem Stickstoffgehalt und der starken Düngung auf Wiesen und Weiden ist der Bestand der Echten Schlüsselblume in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Alle Schlüsselblumen sind besonders geschützt. Sie dürfen keinesfalls von ihrem natürlichen Standort entnommen werden. Aufgrund ihres auffälligen Blütenstandes und der frühen Blüte sind Schlüsselblumen auch beliebte Stauden in Gärten. Man kann sie im Frühling häufig auf Pflanzenmärkten kaufen oder die Samen bei namhaften Herstellern von Saatgut bestellen.
Die Schlüsselblume wird von Insekten mit langem Rüssel, wie Schmetterlingen und Hummeln bestäubt. Auch dient die Pflanze verschiedenen Schmetterlingsraupen als Futter. Besonders erwähnenswert ist hier der Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina), dessen Raupen ausschließlich auf verschiedenen Schlüsselblumen leben. Wegen dieser Spezialisierung und dem Rückgang seiner Futterpflanzen ist er sehr selten geworden und in seinem Bestand stark gefährdet.
In der Naturheilkunde wird die Schlüsselblume aufgrund ihrer Inhaltsstoffe, vor allem Saponine, in der Behandlung von Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder hartnäckigen Erkältungskrankheiten eingesetzt. Deren schleimlösende Wirkung erleichtert das Abhusten. Johannes F. Imhoff
NABU-Hütte schließt fürs Winterhalbjahr die Pforten
Die NABU-Informationshütte am Freibad Lanker See in Preetz ist vom 1. 0ktober 2019 bis zum 31. März 2020 geschlossen. Von April bis September des nächsten Jahres geht es dann weiter in der neuen Saison. Seit 2014 besteht die NABU-Informationshütte (siehe Photo: anlässlich der NABU Gartentage 2018). Sie wurde seinerzeit mit Mitteln der Bingo!-Umweltlotterie und in Eigenarbeit errichtet und ausgestattet. Zur Eröffnung kam der damalige schleswig-holsteinische Umweltminister Klaus Müller. Die Aufgabe dieser NABU-Station besteht in der Information zu den Naturschutzgebieten „Halbinsel und Buchten im Lanker See“ und „Kührener Teich“. Es werden beispielsweise Vogelpräparate in wechselnden Ausstellungen gezeigt (meist verunfallte Tiere!), aber auch Modelle von Schlangen und Fröschen. Die ehrenamtlichen Betreuer informieren zu den Öffnungszeiten jeweils freitags bis sonntags von 15 bis 17 Uhr. In den 15 Jahren ihres Bestehens konnten über 30000 Besucherinnen und Besucher registriert werden! Harald Christiansen
Die Feuerlibelle – aus dem Süden zugezogen
Es ist immer wieder beeindruckend, Libellen bei ihrem Flug zu beobachten. Sie sind ganz ungewöhnliche Flugkünstler und können akrobatische Flugmanöver absolvieren. Ihre Flügel sind sehr leicht, dabei aber sehr stabil gebaut, in zwei Paaren hintereinander angeordnet und in einem ungewöhnlich soliden Flugmotor verankert. Beide Flügelpaare können unabhängig voneinander bewegt werden und erlauben daher Flugmanöver, die an den Flug von Hubschraubern erinnern, obwohl ihre Flügel nicht rotieren. Sie können sozusagen in der Luft stehen bleiben, sogar rückwärts fliegen und sind im Fangflug bis zu 50 Stundenkilometer schnell.
Besonders imposant ist die Feuerlibelle, Crocothemis erythraea. Das ausgewachsene Männchen ist von Kopf bis Fuß in feuerrote Farbe gehüllt (die Weibchen sind, wie bei Libellen üblich, deutlich anders gefärbt). Die Augen, selbst die Beine sind in rot gefärbt und auch Adern der Flügel erscheinen in rötlicher Farbe (Photo am Neuenteich bei Lilienthal im Kreis Plön, August 2019). Ursprünglich ist sie im Mittelmeerraum zu Hause. Sie galt als typische Wanderlibelle, die in warmen Sommern zahlreich nach Zentraleuropa einflog. Seit den 1990er Jahren wurde sie zunehmend im Süden Deutschlands und seit einigen Jahren auch im Norden und in Schleswig-Holstein heimisch, wo sie seit 2007 verstärkt beobachtet wird. Sie wurde sogar 2011 in Deutschland zur Libelle des Jahres gekürt.
Wie andere Libellen macht sie verschiedene Entwicklungsstadien durch. Die Entwicklung der Larven erfolgt vornehmlich in stehenden Gewässern. Dort lebt sie räuberisch und macht Jagd auf Wasserinsekten, Mückenlarven, Krebstierchen. In dieser Entwicklungsstufe benötigt sie flache Uferbereiche, die im Winter frostfrei bleiben. Daher gilt ihre Ausbreitung nach Norden als ein Indiz für klimabedingte Veränderungen. Aus den Larven schlüpfen dann letzten Endes die erwachsenen, geschlechtsreifen Libellen, die im Flug auf Insektenjagd gehen. Sie sind nicht an Gewässer gebunden und viele Libellen können daher auch in insektenreichen Gärten bei der Jagd beobachtet werden. Johannes F. Imhoff
40 Jahre NABU Preetz-Probstei - Was macht der NABU denn so?
Vor 40 Jahren fand in Drillers Hotel in Preetz die Gründungsversammlung des DBV (Deutscher Bund für Vogelschutz) statt, der nach der Wende im Naturschutzbund Deutschland (NABU) aufging. Der NABU Preetz-Probstei hat heute 430 Mitglieder in Preetz und der Probstei bis Schönberg und Laboe, davon sind einige seit den ersten Tagen 1979 dabei. Etwa 25 aktive Mitglieder gibt es, die sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit für die Natur engagieren. Wir freuen uns immer über weitere aktive Mitarbeiter.
NABU steht für Naturschutz, Artenschutz, Biotopschutz und Umweltschutz. In diesem Sinne kümmern wir uns um Eulenvögel, Weißstörche. Schwalben und viele andere Vogelarten. Generell steht die Entwicklung der Lebensräume für Pflanzen und Tiere (z.B. Libellen oder Frösche) im Fokus.
Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Betreuung der Naturschutzgebiete „Halbinsel und Buchten im Lanker See“ und „Kührener Teich“ mit insgesamt etwa 350 ha. Das beinhaltet den regelmäßigen Besuch dieser Flächen, Brutvogelzählung, Beobachtungen aller Art zu Flora und Fauna und Meldungen zu Verstößen gegen Naturschutzgesetze. Jährlich wird ein Bericht den staatlichen Stellen zugeleitet. Die Preetzer Postseefeldmark und der Neuenteich in Lilienthal sind zwar noch keine Naturschutzgebiete, werden aber von uns wie solche betreut.
Am Lanker See Freibad am Preetzer Castöhlenweg steht die Informationshütte des NABU, die vom 1.4. – 30.9. jeweils freitags, sonnabends und sonntags von 15 bis 17 Uhr besetzt ist. Jedes Jahr finden über 2000 Besucher den Weg dorthin um sich zu informieren.
Zahlreiche Menschen nehmen jedes Jahr an den Ausflügen in die Umgebung von Preetz zu verschiedenen Naturthemen teil. Unter www.NABU-Preetz-Probstei.de findet man diese Veranstaltungen.
Als Träger öffentlicher Belange schreiben NABU-Mitglieder Stellungnahmen zu neuen Bebauungsplänen, wie beispielsweise zum geplanten Baugebiet Moorkoppel in Preetz an der Straße nach Dammdorf. Die Teilnahme an Sitzungen des Umwelt- oder Bauausschusses gehört oft dazu.
Zusätzlich zu den Hauptaufgaben gibt es viele weitere tägliche Aufgaben zu erledigen, wie zum Beispiel die Vernetzung mit der Vogelschutzgruppe der evangelischen Jugend oder der Lebenshilfe Kreis Plön. Auch den Kleinsten wird früh das Wissen im Umgang mit Nistkästen vermittelt (siehe Photo).
Harald Christiansen
Die Knautien-Sandbiene - eine gefährdete Wildbiene
Wenn von Bienen die Rede ist, denken die allermeisten direkt an die Honigbiene, die als staatenbildende Biene vom Menschen gezielt gehalten und zur Gewinnung von Honig eingesetzt wird. Dagegen bilden unsere Wildbienen eine große Gruppe mit sehr unterschiedlichen Arten, 550 Arten kennt man in Deutschland. Die meisten von ihnen bilden keine Kolonien, sondern leben einzeln (solitär). Eine besonders artenreiche Gruppe dieser solitär lebenden Wildbienen sind die Sandbienen der Gattung Andrena. Allein in Deutschland sind mehr als 100 Arten heimisch. Sie bauen ihre Nester im Boden und viele sind hinsichtlich ihrer Nahrung spezialisiert. Einige sind sogar auf Blütenpollen einer Pflanzenart oder nahe verwandter Pflanzen angewiesen. So auch die Knautien-Sandbiene Andrena hattorfiana, die ausschließlich Pollen der Witwenblume (Knautia) oder nahe verwandter Kardengewächse für die Aufzucht des Nachwuchses sammelt (siehe Photo: Braderup auf Sylt, Juni 2019). Sie ist eine besonders schöne Sandbiene, überdurchschnittlich groß und gehört zu den wenigen Andrena-Arten mit teilweise rotem Hinterleibsegment bei den Weibchen. Die Flugzeit der Biene ist von Mai bis August mit nur einer Generation. Man findet die Knautien-Sandbiene vor allem auf der Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis) wo sie durch die mit dem rosagefärbten Pollen der Witwenblume gefüllten „roten Hosen“ leicht zu erkennen ist. Die Pollen der Knautien werden in den Zellen des Nestes als Nahrung für die Larven gespeichert. Sie gehört zu den etwa 300 gefährdeten Wildbienen, wozu besonders die hohe Nahrungsspezialisierung beiträgt. Unkrautvernichtungsmittel, starke Düngung und häufige Mahd schon im frühen Sommer lassen die Bestände an Witwenblumen auf unseren Wiesen immer weiter zurückgehen und entziehen damit der Biene die Nahrung. Zum Schutz dieser und auch anderer Wildbienen sollte daher ein ununterbrochenes Blütenangebot die Versorgung der Bienenbrut sicherstellen. Zum Schutz der Knautien-Sandbiene wäre es wünschenswert, Flächen mit Witwenblumen und anderen Kardengewächsen erst nach Ende der Flugzeit der Biene, d.h. Ende August zu mähen.
Aufgrund ihrer immensen Bedeutung als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen sind Wildbienen von großer, bisher weit unterschätzter Bedeutung. Aufgrund immer stärkere Vernichtung ihres Lebensraumes sind sie enorm gefährdet und wurden daher auch unter Schutz gestellt. Die Erhaltung und Förderung der Wildbienen durch einen umsichtigen Umgang mit ihrem Lebensraum sollte in unser aller Interesse liegen. Ursula Bias-Imhoff
NABU-Aktion: „Bunte Meter“ schaffen
Es wird eng für unsere Vögel und Insekten, denn es gibt immer weniger blühende Flächen! Dann fehlen Wildkräuter, so dass die Nahrungsquellen für Samen- und Körnerfresser versiegen. Mit regional angepasster Wildblumensaat, Stauden oder Stockrosen kann im Garten Abhilfe geschaffen werden. Der NABU zeigt beispielsweise an seiner Infohütte am Freibad Lanker See am Preetzer Castöhlenweg (siehe Photo), wie man auf etwa 5 Metern Hummeln, Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten helfen kann. Machen Sie mit und pflanzen schon im Herbst Stauden oder Blumenknollen für das nächste Jahr. Es kommt darauf an, dass man im ganzen Jahr bis in den Oktober Blühpflanzen im Garten hat. Der „weiße Senf“ lässt sich auch jetzt noch einsäen. Stieglitz und Co werden es danken. Harald Christiansen
  • Bunter Meter 01
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  • Bunter Meter 02
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  • Bunter Meter 04
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  • Bunter Meter 03
    Bunter Meter 03
Aktuell - Invasion der Distelfalter
Derzeit kann man auch in Schleswig-Holstein ungewöhnlich zahlreich Distelfalter beobachten, an geeigneten Standorten zu Dutzenden oder gar über hundert. Viele haben ausgebleichte Farben oder auch zerzauste Flügel. Der Grund: Sie haben eine tausende Kilometer lange Reise hinter sich. Distelfalter überwintern als Wanderfalter nicht in Deutschland. Frostige Temperaturen können sie nicht vertragen. Sie ziehen daher im Winter nach Südeuropa oder Nordafrika und im Frühjahr, unterstützt von südlichen Winden, dann wieder nach Norden. Dort treffen sie etwa ab Mitte Mai ein. Man findet sie besonders gerne auf Kratzdisteln, die auch den Raupen als Futter dienen. Im letzten Jahr hat der Distelfalter im Süden besonders gute Bedingungen gefunden und sich besonders stark vermehrt, so dass nun eine ungewöhnlich große Zahl in Norddeutschland eingeflogen ist. Das Photo zeigt Distelfalter auf Acker-Kratzdisteln.
Johannes F. Imhoff
Naturlandschaft BIODIVERSITAS 2050
Neues Projekt zur Hilfe für unsere Insektenwelt
Infomaterial zum Projekt
 Naturlandschaft BIODIVERSITAS 2050 Infofayer
Beschreibung
Die Naturlandschaft BIODIVERSITAS 2050 will Ihr Partner sein. Wir wollen der Natur Stück für Stück Land zurückgeben, das ihr verlorengegangen ist. In Zeiten, in denen Städte veröden, die Versiegelung unserer Landschaft ungebremst Lebensräume vernichtet und ein nie dagewesenes, durch den Menschen verursachtes Artensterben stattfindet, ist es dringend erforderlich, für den Schutz unserer Umwelt aktiv zu werden.
Hierzu will das Vorhaben Naturlandschaft BIODIVERSITAS 2050, eine Aktivität des NABU Preetz-Probstei, ein Biotoparsenal schaffen, in dem mit blühenden Kräutern, in Norddeutschland heimischen Sträuchern und Bäumen auf großer Fläche Lebensraum für eine große Insektenvielfalt und damit für unsere Vögel und Fledermäuse geschaffen wird. Eine hohe Artenvielfalt und auch Bestandsdichte an Insekten in dieser Naturlandschaft soll auf angrenzende Gebiete ausstrahlen und kann auch Rückzuggebiet für manche Art werden. Die Biotope sollen durch geeignete Pflegemaßnahmen in ihrer Struktur erhalten bleiben. Das Vorhaben ist langfristig angelegt und benötigt geeignete Landflächen für die Realisierung. Die Aspekte der Biodiversität, die Probleme des Artensterbens und mögliche Konsequenzen daraus sollen durch regelmäßige Führungen und Präsentationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wir brauchen unsere Insekten, unsere Insekten brauchen eine spezifische Pflanzenvielfalt. Sie sind Nahrung für ganze Tiergruppen wie Vögel, Fledermäuse, Libellen. Unsere Insektenwelt ist extrem gefährdet. Die Bestände und die Artenvielfalt haben gerade in den letzten Jahren rasant abgenommen. Experten reden von bis zu 70% Rückgang im Bestand. Wir müssen jetzt handeln. Jeder Einzelne kann dazu beitragen. Jeder kleine Beitrag kann helfen unsere Natur und ihre Artenvielfalt zu erhalten und unsere Landschaft zu einem lebenswerten Raum zu machen.
  • BIODIVERSITAS-10
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  • BIODIVERSITAS-01
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  • BIODIVERSITAS-02
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  • BIODIVERSITAS-04
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Aufgaben:
Ihre Hilfe ist nötig. Sie können beitragen durch
- eine Geldspende in beliebiger Höhe
- das Bereitstellen von Flächen für eine langfristig gesicherte ökologische Gestaltung
- aktive Mitarbeit in der Naturlandschaft BIODIVERSITAS 2050
Kontakt
Gerne beantworten wir Ihre Fragen:
Dr. Johannes F. Imhoff,
Tel.: 04342/2718,
Mail: imjohann@web.de
Spenden für dieses Projekt
Spendenkonto des NABU Preetz-Probstei bei der Fördesparkasse Kiel
unter dem Stichwort Biodiversitas 2050:
IBAN DE42210501700020002259,
BIG NOLADE21KIE
Bestimme deine Gartenvögel
Der Winter ist immer eine gute Gelegenheit die Gartenvögel zu beobachten

 Link zu :Die häufigsten Gartenvögel auf einen Blick (NABU Gartenvogelarten im Porträt)  Link zu "Ornitho.de" aktuellen Überblick über das vogelkundliche Geschehen in Deutschland und Luxemburg