NABU-PREETZ-PROBSTEI
Brombeer-Zipfelfalter, Schmetterling des Jahres 2020
Mit seiner charakteristisch grün gefärbten Flügelunterseiten ist der Brombeer-Zipfelfalter, zumeist Grüner Zipfelfalter (Callophrys rubi) genannt, unverwechselbar und im Blatt-und Nadelwerk gut getarnt. Meist zeigt er auch diese Seite und ruht mit zugeklappten Flügeln. Zeigt er einmal seine Flügeloberseiten sieht man einen braunen Falter, der in dieser Erscheinung schon eher einigen seiner Verwandten ähnlich ist, den Bläulingen. Seinen rastlosen Flug unterbricht er auch zur Paarung (Photo), eine gute Gelegenheit für den Naturphotographen.
Der Brombeer-Zipfelfalter ist in ganz Europa zu Hause und fliegt von März bis in den Juli hinein. Man braucht aber schon etwas Glück, um ihn zu Gesicht zu bekommen. Denn, wie die meisten Falter, ist er rar geworden. Dabei ist er kein Nahrungsspezialist und nicht, wie so manch anderer Schmetterling, wählerisch hinsichtlich der Futterpflanzen. Seine Raupen sind auf ganz verschiedenen Pflanzen zu finden und nicht, wie der Name suggeriert, auf Brombeeren spezialisiert. Auch die Schmetterlinge saugen Nektar von ganz unterschiedlichen Blüten, z.B. von Klee, Hahnenfuß oder Weißdorn. Auch auf Nadelbäumen ist er zu finden.
Sein Bestandsrückgang ist daher eher ein Zeichen des generellen Rückgangs seines Lebensraumes. Er braucht strukturreiche Landschaften mit lichtem Wald und Buschwerk oder auch feuchte oder trockene Heiden. Bei uns Im Norden findet man ihn in feuchten bis moorigen Flächen und in der Heidelandschaft. In intensiv landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzten Flächen kann er nicht überleben. Um auf die Bedrohung unserer Schmetterlinge aufmerksam zu machen, wurde der Grüne Zipfelfalter vom BUND zum Schmetterling des Jahres 2020 gewählt. Er ist ein Beispiel dafür, dass auch weit verbreitete Schmetterlinge, die nicht auf spezielle Nahrungspflanzen angewiesen sind, in ihrem Bestand gefährdet sind.
Johannes Imhoff
Brombeer-Zipfelfalter, Schmetterling des Jahres 2020
Brombeer-Zipfelfalter, Schmetterling des Jahres 2020
In diesem Jahr zwei Seeadlerbruten am Lanker See
Der Seeadler ist eine beeindruckende Erscheinung, wenn er am Himmel seine Runden zieht (Photo). In diesem Jahr kam es am Lanker See, der EU Vogelschutzgebiet ist, erstmals zu zwei Seeadlerbruten. Auf der Ostseite zogen die Adler einen Jungvogel auf und im Naturschutzgebiet auf der Westseite zwei. Als die Nachricht vom Seeadlerschutz kam, dass beide Nester besetzt seien, erschien dies zunächst nicht plausibel, da die Flugbewegungen eher unauffällig waren. Mit der bekannten Optik mit 30-facher Vergrößerung ließ sich die Aussage dann bestätigen. Man braucht schon etwa eine halbe Stunde Beobachtungszeit mit dem Spektiv um aus angemessener Entfernung zu erkennen, was sich am Horst bewegt. Leider musste in diesem Jahr die Naturinfohütte des NABU im Frühjahr geschlossen bleiben. Dadurch entfiel die Möglichkeit, Besuchern die Seeadlerhorste vom Strandbad aus mit dem Spektiv zu zeigen.
Das Brutgeschäft verlief dabei trotz der Nähe der beiden Horste viel ruhiger als in den Vorjahren. Die Adler hielten genügend Abstand gegenüber dem jeweils anderen Nest. Während in den letzten Jahren drei geschlechtsreife Seeadler sich gelegentlich Luftkämpfe lieferten, war die Situation zu Anfang dieses Jahres offensichtlich geklärt und ermöglichte zwei Bruten. Zudem unterblieben Störungen an beiden Standorten. Die Nester bestehen seit mehreren Jahren und wurden in diesem Frühjahr nur mit einigen Stöckern von den Seeadlern „renoviert“.
Manfred Bach
Seeadler
Seeadler