NABU-PREETZ-PROBSTEI
NABU-Hütte schließt fürs Winterhalbjahr die Pforten
Die NABU-Informationshütte am Freibad Lanker See in Preetz ist vom 1. 0ktober 2019 bis zum 31. März 2020 geschlossen. Von April bis September des nächsten Jahres geht es dann weiter in der neuen Saison. Seit 2014 besteht die NABU-Informationshütte (siehe Photo: anlässlich der NABU Gartentage 2018). Sie wurde seinerzeit mit Mitteln der Bingo!-Umweltlotterie und in Eigenarbeit errichtet und ausgestattet. Zur Eröffnung kam der damalige schleswig-holsteinische Umweltminister Klaus Müller. Die Aufgabe dieser NABU-Station besteht in der Information zu den Naturschutzgebieten „Halbinsel und Buchten im Lanker See“ und „Kührener Teich“. Es werden beispielsweise Vogelpräparate in wechselnden Ausstellungen gezeigt (meist verunfallte Tiere!), aber auch Modelle von Schlangen und Fröschen. Die ehrenamtlichen Betreuer informieren zu den Öffnungszeiten jeweils freitags bis sonntags von 15 bis 17 Uhr. In den 15 Jahren ihres Bestehens konnten über 30000 Besucherinnen und Besucher registriert werden! Harald Christiansen
Die Feuerlibelle – aus dem Süden zugezogen
Es ist immer wieder beeindruckend, Libellen bei ihrem Flug zu beobachten. Sie sind ganz ungewöhnliche Flugkünstler und können akrobatische Flugmanöver absolvieren. Ihre Flügel sind sehr leicht, dabei aber sehr stabil gebaut, in zwei Paaren hintereinander angeordnet und in einem ungewöhnlich soliden Flugmotor verankert. Beide Flügelpaare können unabhängig voneinander bewegt werden und erlauben daher Flugmanöver, die an den Flug von Hubschraubern erinnern, obwohl ihre Flügel nicht rotieren. Sie können sozusagen in der Luft stehen bleiben, sogar rückwärts fliegen und sind im Fangflug bis zu 50 Stundenkilometer schnell.
Besonders imposant ist die Feuerlibelle, Crocothemis erythraea. Das ausgewachsene Männchen ist von Kopf bis Fuß in feuerrote Farbe gehüllt (die Weibchen sind, wie bei Libellen üblich, deutlich anders gefärbt). Die Augen, selbst die Beine sind in rot gefärbt und auch Adern der Flügel erscheinen in rötlicher Farbe (Photo am Neuenteich bei Lilienthal im Kreis Plön, August 2019). Ursprünglich ist sie im Mittelmeerraum zu Hause. Sie galt als typische Wanderlibelle, die in warmen Sommern zahlreich nach Zentraleuropa einflog. Seit den 1990er Jahren wurde sie zunehmend im Süden Deutschlands und seit einigen Jahren auch im Norden und in Schleswig-Holstein heimisch, wo sie seit 2007 verstärkt beobachtet wird. Sie wurde sogar 2011 in Deutschland zur Libelle des Jahres gekürt.
Wie andere Libellen macht sie verschiedene Entwicklungsstadien durch. Die Entwicklung der Larven erfolgt vornehmlich in stehenden Gewässern. Dort lebt sie räuberisch und macht Jagd auf Wasserinsekten, Mückenlarven, Krebstierchen. In dieser Entwicklungsstufe benötigt sie flache Uferbereiche, die im Winter frostfrei bleiben. Daher gilt ihre Ausbreitung nach Norden als ein Indiz für klimabedingte Veränderungen. Aus den Larven schlüpfen dann letzten Endes die erwachsenen, geschlechtsreifen Libellen, die im Flug auf Insektenjagd gehen. Sie sind nicht an Gewässer gebunden und viele Libellen können daher auch in insektenreichen Gärten bei der Jagd beobachtet werden. Johannes F. Imhoff