NABU-PREETZ-PROBSTEI
Unsere Knicklandschaft
Kaum jemand weiß, dass unsere schleswig-holsteinische Landschaft ohne die Knicks einer Kultursteppe gleich käme. Bei einem Waldanteil des Landes von nur 10% prägen diese Wallhecken unsere Landschaft derart beeindruckend, dass ein naturnaher, grüner Eindruck auch im Luftbild vorherrscht.
Die Verkoppelungsgesetze des dänischen Königs von 1766, 1770 und 1771 waren die Grundlage für das nach Vermessung durch Wälle eingefriedete Individualeigentum der Bauern.
Teilweise wurden Bäume und Sträucher der Wallhecken miteinander verflochten und die Schösslinge herab geknickt, was die Bezeichnung „Knick“ erklärt.
Bunte Knicks weisen einen artenreichen Gehölzbestand mit z.B. Hasel, Hainbuche, Schlehe oder Weißdorn auf. Sie haben für das Kleinklima eine stark ausgleichende Wirkung (Windschutz, Taubildung). Entsprechend finden wir, je nach Qualität des Knickbiotops, bis zu 1800 Tierarten – hauptsächlich Wirbellose wie z.B. Schmetterlinge, Käfer, Schwebfliegen.
Auffällig ist die artenreiche Singvogelwelt der Knicks. Dorngrasmücke, Heckenbraunelle oder Goldammer sind nur einige der dort brütenden Arten. Auf einigen Abschnitte der vom NABU Preetz-Probstei in der Preetzer Postseefeldmark betreuten Flächen befinden sich auf 100 m Knick bis zu Kleinvogelbrutpaare!
Auch der NABU Preetz-Probstei setzt die von ihm betreuten Knicks alle 12 bis 15 Jahren auf den Stock damit die niederwaldartigen Gehölzlebensräume erhalten bleiben und keine Reihen von ausgewachsenen Hochbäumen entstehen. Wenn diese Schnittarbeiten zum Biotoperhalt an kleinen Knickabschnitten durchgeführt werden, bleibt das Gehölz buschige und bietet Brutvögeln Schutz vor Feinden.
Ansprechpartner
Harald Christiansen
Telefon: 04342 - 8 14 23
EMail: HCN.Christiansen-Preetz@t-online.de