Stellungnahme des NABU Preetz-Probstei zum Fracking
Fracking als Umweltproblem

Der NABU Preetz-Probstei lehnt das Fracking ab, also die Ausbeutung von Erdgas- und Erdölreserven durch Einbringen von Chemikalien in den Untergrund. Auch der geringe Volumenanteil dieser Additive von nur 0,5 bis 2 % kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein nicht erheblicher Teil im Untergrund verbleibt und das allein schon über die gewaltige Menge an Frackingflüssigkeit, die benötigt wird. Verbleibende Chemikalien, die nach dem künstlichen Aufbrechen der entsprechenden Gesteins- bzw. Sedimentschichten nicht zurückgepumpt werden könne (z.B. Adhäsionswasser in Klüften und Kapillarrissen) stellen eine Gefahr für die Natur der Sediment- und Gesteinsschichten dar.
Die Gefährdung des Grundwassers, aber auch die Gefahr durch Gasentweichung an der Oberfläche, sind nur zwei Aspekte, die nicht zu akzeptieren sind. Minierdbeben sind denkbar und auch die wieder hochgepumpte, Frackingflüssigkeit muss entsorgt werden.

Speziell im Bereich der Kreise Plön und Rendsburg-Eckernförde sind aktuell die Erschließung von letzten Erdölreserven durch RWE-DEA geplant. Die genannten Regionen bieten der RWE-DEA vorhandene Altrechte zur Förderung von Kohlenwasserstoffen in den Feldern Schwedeneck-See, Preetz und Plön-Ost.
Auch wenn die Anwendung des Fracking bisher von der Firma ausgeschlossen wird, muss man in der Zukunft damit rechnen, dass bei steigenden Öl- und Gaspreisen Begehrlichkeiten geweckt werden. Die geplanten Horizontalbohrungen in den genannten Feldern schaffen dazu technische Voraussetzungen.

Der NABU Preetz-Probstei fordert den Verzicht auf Fracking. Der NABU fordert neben einer Änderung des entsprechenden Bergbaurechtes auch eine größere Transparenz des Bergbauamtes in Clausthal-Zellerfeld bei der Vergabe von Genehmigungen. Natur- und Landschaftsschutzgebiete dürfen sowieso nicht dem Kalkül der Ölfirmen überlassen bleiben und müssen jegliche Genehmigung ausschließen. Geeignete gesetzliche Riegel sind hier notwendig.
Umweltverträglichkeitsprüfungen müssen sowieso zum Mindeststandard bei allen Genehmigungsverfahren gehören.

Der NABU lehnt insgesamt ein Fracking ab. Auch der Untergrund ist Teil der Natur. Neben allen Gefährdungen an der Oberfläche gilt für den NABU hier das absolute Schutzgebot. Besonders die Kreise Plön und Rendsburg-Eckernförde könnten betroffen sein. Weder die Wiederaufnahme der Ölförderung noch zukünftiges Fracking dürfen mit ihren Anlagen unsere Landschaft verschandeln und gefährden.